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19. Juni 2001
VR China: Besuch des stellvertretenden
Ministerpräsidenten in Berlin
NEIN zu den Olympischen Spielen in Peking
Goldmedaille für Menschenrechtsverletzungen
Am 13. Juli fällt das Internationale
Olympische Komitee (IOC) die Entscheidung über den Austragungsort
der Olympischen Spiele im Jahre 2008. Peking ist einer der
Kandidaten. Reporter ohne Grenzen nimmt den derzeitigen Besuch
des stellvertretenden Ministerpräsidenten Wu Bangguo
in Berlin zum Anlass, auf die Besorgnis erregende Situation
der Menschenrechte in der VR China hinzuweisen.
Wo so systematisch und massiv Menschenrechte
verletzt werden, können keine Olympischen Spiele stattfinden,
dies widerspricht dem Geist der Olympischen Bewegung, so die
internationale Organisation zur Verteidigung der Presse-freiheit
zusammen mit Solidarität mit China und dem Komitee zur
Unterstützung des tibetischen Volkes.
"Sport muß immer der Freiheit
dienen", heißt es in der Charta der Olympischen
Bewegung. In China aber werden der Bevölkerung fundamentale
Freiheiten verwehrt, die in der "Allgemeinen Erklärung
der Menschenrechte" garantiert sind: das Recht auf Freizügigkeit
(Artikel 13), das Recht auf Religionsfreiheit (Art. 18), das
Recht auf freie Meinungsäußerung (Art. 19), das
Recht auf Versammlungsfreiheit (Art. 20).
In einem Bericht an die 123 Mitglieder
des IOC vom Mai dieses Jahres dokumentieren die drei Organisationen
die gravierendsten Verletzungen der Menschenrechte in China.
(siehe Webseite des Internationalen Sekretariats von Reporter
ohne Grenzen: www.rsf.org)
Mindestens 480 Gefangenen wurden Ende April
2001 hingerichtet.
Von Januar 1998 bis Mai 2000 wurden mehr
als 600 Befürworter der Demokratie wegen "Subversion"
inhaftiert. Zwanzig Anführer der nicht anerkannten Chinesischen
Demokratischen Partei wurden zu fünf bis acht Jahren
Haft verurteilt.
260.000 Menschen sind nach Angaben der chinesischen
Behörden in Umerziehungslagern, fast zwei Drittel gelten
als "Gefahr für die Öffentlichkeit".
Über zwei Millionen Menschen sind Opfer
von Zwangs-umsiedlung, davon sind insbesondere Wanderarbeiter
betroffen. Als Vorbereitung für die Olympischen Spiele
ist auch die "soziale Säuberung" der Stadt geplant.
In Tibet zerstört die chinesische Armee
systematisch buddhistische Tempel. Mindestens 150 Mönche
und Nonnen wurden im letzten Jahr inhaftiert, weitere 860
wurden aus den Tempeln vertrieben.
Mindestens 13 Journalistinnen und Journalisten
und acht "Cyber-Dissidenten" sitzen im Gefängnis.
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