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Ohne Pressefreiheit bleiben Opfer unsichtbar
 
Gambia 15.12.05
Mord an Hydara jährt sich – ROG verurteilt mangelnde Aufklärung

Deyda Hydara

Reporter ohne Grenzen appelliert heute erneut an den Präsidenten Gambias, Yahya Jammeh, den Mord an dem Journalisten und ROG-Korrespondenten Deyda Hydara aufzuklären.

Vor genau einem Jahr, am 16. Dezember 2005, ging Deyda Hydara mit zwei seiner Mitarbeiterinnen von einer Feier zum 13-jährigen Bestehen der Tageszeitung The Point nach Hause, als er auf offener Straße erschossen wurde. Seine Begleiterinnen überlebten das Attentat.

Deyda Hydara war ein kritischer Journalist, AFP-Korrespondent und Mitbegründer und Herausgeber von The Point, der ersten unabhängigen Zeitung Gambias. Einige Tage vor seiner Ermordung hatte er in einem Zeitungsartikel die neuen, repressiven Pressegesetze in seinem Land kritisiert. Danach erhielt er Todesdrohungen.

Im Rahmen einer Konferenz des gambischen Journalistenverbandes zum Thema Pressefreiheit wird heute in Banjul an Deyda Hydara erinnert. Reporter ohne Grenzen konnte nicht teilnehmen. Die gambischen Behörden verzögerten die Visavergabe und verhinderten so die Einreise.

In einer Rede in Banjul wiederholt Demba Ali Jawo, Koordinator des gambischen Presseverbandes, die Forderung von Reporter ohne Grenzen: „Die gambische Regierung muss endlich den Tatsachen ins Auge blicken und Hilfe bei Amerikanern, Europäern, Südafrikanern oder der UN anfordern, um den Mord an Hydara endlich aufzuklären und die Schuldigen zu überführen“.

Nach Recherchen von Reporter ohne Grenzen gab es bereits vor dem Attentat zahlreiche Drohungen gegen die unabhängige Presse. Wer sich gegen die Regierung stelle, müsse mit Gewalt rechnen, hieß es in anonymen Briefen. Deyda stand offenbar schon länger unter Beobachtung und hatte vor seiner Ermordung Todesdrohungen erhalten. Die Ermittlungen liegen beim Geheimdienst (NIA), der für zahlreiche Verstöße gegen die Pressefreiheit verantwortlich gemacht wird. Zwei Verdächtige wurden bisher festgenommen, doch schon nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt. Einer der beiden, Wally Mahmoud Hakim, gilt als Hauptverdächtiger. Doch Anklage wurde bisher nicht erhoben. Er ist ein Freund des Präsidenten und Unterstützer der regierenden Partei.

Appell an Präsident Yahya Jammeh (15. Dezember 2005) :
Untersuchungsbericht von Reporter ohne Grenzen (16. Mai 2005) :
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Mehr Informationen
Reporter ohne Grenzen - Elke Schäfter
Tel: 030 - 615 85 85

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