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Berlin, den 14. März 2002
Israel Nach dem Tod des italienischen Journalisten Raffaelle Ciriello am 13. März in Ramallah fordert Reporter ohne Grenzen in einem Brief an die israelischen Behörden, sofort Untersuchungen zum genauen Tathergang einzuleiten und die Täter zu bestrafen. Der Korrespondent der Tageszeitung Corriere della Sera wurde von israelischen Soldaten angeschossen und starb später an den Verletzungen. "Seit Monaten prangern wir an, dass israelische Soldaten für Schüsse auf Journalisten nicht zur Verantwortung gezogen werden. Heute ist eingetreten, was wir befürchtet haben: ein Journalist wurde getötet. Raffaelle Ciriello ist der erste Journalist der seit dem Beginn der zweiten Intifada ermordet wurde. Wir sind bestürzt ", so Robert Ménard, Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, in Paris. Rafaello Ciriello war als Fotoreporter im Auftrag von Corriere della Sera unterwegs. Am 13. März geriet er in die Schusslinie, als er über den Einmarsch der israelischen Armee nach Ramallah berichtete. Die Schüsse feuerten israelische Soldaten aus einem Panzer in der Nähe des Al Manara Platzes im Stadtzentrum ab. Gemeinsam mit Amedeo Ricucci, Korrespondent des italienischen Fernsehsenders Rai Uno, befand sich Ciriello in einer Nebenstraße, etwa 50 Meter hinter einer Gruppe bewaffneter Palästinenser und 150 Meter von dem israelischen Panzer entfernt, als die Soldaten das Feuer eröffneten. Ein französischer Fotograf erlitt während der Gefechte eine Beinverletzung. Die Krankenwagen konnten aufgrund der heftigen Kämpfe nicht zu den Verwundeten gelangen. Ciriello wurde von Palästinensern ins Krankenhaus gebracht, wo er seinen schweren inneren Verletzungen erlag. Er war ein erfahrener Journalist, der unter anderem aus Krisengebieten wie Afghanistan, Ruanda, dem Kosovo und Sierra Leone berichtet hatte. Bereits am 12. März gerieten rund 30 Journalisten unter Beschuss, als sie von einem Hotelbalkon aus die Ereignisse im Flüchtlingslager von Al Amari beobachteten. Ein Sprecher der israelischen Armee entschuldigte sich später für den Vorfall und sagte, man habe die Journalisten mit palästinensischen Scharfschützen und ihre Kameras mit Gewehren verwechselt. Bis zum 12. März hatte die israelische Armee Journalisten den Zugang nach Ramallah verweigert.
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