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Berlin, 23. Mai 2002 Nepal Erneut Journalisten verhaftet - Insgesamt 33 Medienmitarbeiter in Haft Krishna Sen, Chefredakteur der maoistischen Zeitung Janadisha, Atindra Neupane, Journalist bei Janadisha, und Sangita Khadka, Korrespondent der Wochenzeitung Jana Ahwhan, wurden am 20. Mai in einem Vorort von Kathmandu verhaftet. Damit steigt die Zahl der in Nepal im "Kampf gegen den Terrorismus" inhaftierten Medienschaffenden auf 33. Reporter ohne Grenzen protestiert in einem Brief an den nepalesischen Premierminister Sher Bahadur Deuba gegen die Festnahme der Journalisten: "Bisher konnten die Behörden in keinem der Fälle beweisen, dass die inhaftierten Journalisten mit der Kommunistischen Partei Nepals zusammenarbeiten", so Robert Ménard, Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, in Paris. Die Polizei hatte wochenlang nach Krishna Sen, Atindra Neupane und Sangita Khadka gefahndet. Zwei Wochen vor ihrer Festnahme zeigte das nepalesische Fernsehen in einer Sendung der Armee Fotos von den Journalisten. Krishna Sen wurde als angeblicher Führer der Kommunistischen Partei Nepals für die Region Kathmandu gesucht. Der Journalist war bereits 1999 verhaftet worden, nachdem er ein Interview mit einem führenden Mitglied der maoistischen Bewegung, Baburam Bhattarai, veröffentlicht hatte. Krishna Sen verbrachte zwei Jahre in Untersuchungshaft, bevor er durch eine Anordnung des obersten nepalesischen Gerichtshofs im März 2001 entlassen wurde. Nach Angaben nepalesischer Sicherheitskräfte stehen auch Atindra Neupane und Sangita Khadka unter dem Verdacht, der Kommunistischen Partei Nepals anzugehören. Seit 1996 kämpft die Kommunistische Partei Nepals gegen die Regierung. Der maoistisch orientierten Partei werden Kriegsverbrechen vorgeworfen. In einem im März veröffentlichten Bericht stellte Reporter ohne Grenzen fest, dass - seit Einführung des Ausnahmezustandes im November 2001 - mehr als 100 Medienschaffende verhaftet und in einigen Fällen gefoltert wurden. Am 25. Mai entscheidet das Parlament, ob der Ausnahmezustand verlängert wird. Reporter ohne Grenzen fordert in ihrem Brief an den Premierminister die Aufhebung des Ausnahmezustandes. Der Bericht zu Nepal kann auf der Webseite www.rsf.org auf Englisch und Französisch abgerufen oder von der deutschen Geschäftsstelle von Reporter ohne Grenzen angefordert werden. Links zum Thema:
Für weitere Informationen: Tel. (030) 615 85 85 | ||||||||||||