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Ägypten 25.01.12
Blogger Maikel Nabil Sanad nach 302 Tagen frei

Reporter ohne Grenzen (ROG) freut sich über die Freilassung des Bloggers Maikel Nabil Sanad in der Nacht zum 25. Januar. Der Blogger wurde im April 2011 durch ein ägyptisches Militärgericht zu drei Jahren Haft verurteilt. Er soll das Militär beleidigt, falsche Informationen verbreitet und die öffentliche Ordnung gestört haben. Sanad hatte in seinem Blog kritisch über die Rolle des Militärs während der Revolution berichtet. Er war der erste Blogger, der nach Mubaraks Rücktritt festgenommen wurde.

Rund 2000 weitere politische Häftlinge sollen ebenfalls freikommen. Die ägyptische Militärjustiz hatte die Amnestie bereits einige Tage vor dem Jahrestag der Revoltution angekündigt.

ROG startete im November 2011 eine Petition zur umgehenden und bedingungslosen Freilassung der ägyptischen Blogger Maikel Nabil Sanad und Alaa Abdel Fattah, die inzwischen rund 1.600 Menschen unterschrieben haben. Fattah kam Ende Dezember frei, nachdem er knapp zwei Monate im Gefängnis gesessen hatte. Die ROG-Petition, die ein Ende der Verfolgung von Internet-Dissidenten fordert, wird am 31. Januar an den ägyptischen Botschafter in Berlin übergeben.

Sanad äußerte sich am Mittwoch (25.01.2011) in einer Videobotschaft zu seiner Freilassung. Der Blogger kritisierte, dass er auf Grundlage einer Begnadigung freigelassen worden sei. Er unterstrich, er habe keine Straftat begangen und lediglich sein Recht auf freie Meinungsäußerung ausgeübt. Bevor er die ersten Interviews geben könne, brauche er in den kommenden zwei Tagen zunächst etwas Zeit um sich zu sammeln, so der Blogger. „Das ägyptische Justizsystem muss die Begnadigung revidieren und Sanad für unschuldig erklären“, fordert ROG. 

Aus Protest gegen die unrechtmäßige Gefängnisstrafe war Sanad, der seit März im Gefängnis saß, am 23. August 2011 in einen vorübergehenden Hungerstreik getreten. Im Dezember 2011 wurde seine Haftstrafe in einem zuvor mehrfach verschobenen Berufungsverfahren auf zwei Jahre reduziert.

Ägypten steht in der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit 2011, die ROG am 25. Januar veröffentlicht hat, auf Platz 166. Das Land ist gegenüber dem Vorjahr um 39 Positionen gefallen, da der seit Februar regierende Militärrat die bestehenden Notstandsgesetze verschärfte. Zudem gingen die Sicherheitskräfte bei den Protesten im Februar sowie im November und Dezember mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen Journalisten vor. 

Sehen Sie hier die Videobotschaft von Maikel Nabil Sanad auf Youtube.comOpens external link in new window

Ausführliche Informationen zur Petition finden Sie hierOpens external link in new window

Pressekontakt: 
Ulrike Gruska
Tel.: 030 202 15 10 - 16
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