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Ohne Pressefreiheit bleiben Opfer unsichtbar
 
Griechenland 20.07.10
Mord an einem Journalisten in Athen

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist bestürzt über den Mord an dem Journalisten Sokratis Giolias. Der Besitzer des Radiosenders Thema 98.9 veröffentlichte auch regelmäßig Beiträge für den populären Blog Troktiko.gr. Giolias wurde in den frühen Morgenstunden des 19. Juli vor seinem Haus im Athener Vorort Ilioupolis erschossen. Nachdem ihn ein Anrufer mit dem Hinweis, jemand wolle sein Auto stehlen, auf die Straße gelockt hatte, wurde der Journalist mit einer automatischen Pistole erschossen.

 

Die 16 Schüsse, von denen vier Kopftreffer waren, stammen nach Polizeiangaben aus einer Waffe, die zuvor von einer terroristischen Gruppe namens „Sekte der Revolutionäre“ ("Séchtas Epanastáton") benutzt worden war. Diese linksextremistische Splittergruppe hat sich unter anderem zu einem Überfall auf den privaten Fernsehsender Alter TV am 17. Juni 2009 bekannt. Nach dieser Aktion, bei der niemand verletzt oder getötet wurde, hatte die Gruppe erklärt, sie werde künftig Journalisten töten.

ROG äußert sich schockiert über die Brutalität dieses Mordes und erklärt: „Bislang gibt es keine eindeutigen Hinweise darauf, dass der Mord an Sokratis Giolias etwas mit dessen journalistischer Arbeit zu tun hat. Wir hoffen, dass die genauen Motive für diese barbarische Tat rasch ermittelt werden können. In jedem Fall verstärkt dieser Mord den Druck auf Journalisten wie auch die allgemeine Beunruhigung, die jetzt schon bei den meisten Medien herrscht.“

ROG weist darauf hin, dass die Presse in Griechenland immer wieder von Gruppen unterschiedlicher politischer Coleur bedroht oder angegriffen wird. Die Organisation erklärt dazu: „Es ist beunruhigend, dass eine solche Situation in einem Mitgliedsland der Europäischen Union entstehen konnte. Wir fordern die griechischen Behörden auf, für die Sicherheit von Journalisten zu sorgen, und zwar auch bei öffentlichen Demonstrationen, bei denen sie häufig zum Ziel von Angriffen werden.“


Pressekontakt:
Anja Viohl
Tel.: 030 202 15 10 – 16




 



 



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