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Ohne Pressefreiheit bleiben Opfer unsichtbar
 
Honduras 30.06.09
Schließung von Medienanstalten nach Putsch in Honduras

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Schließung von Fernseh- und Radiosendern in Honduras nach der Amtsenthebung von Präsident Manuel Zelaya. Kurz nachdem das Militär eine nächtliche Ausgangssperre erklärt hatte, erteilte die nationale Telekommunikationskommission (CONATEL) verschiedenen Fernsehanstalten Sendeverbot. Auch mehrere Radiostationen wurden geschlossen.

 "Die Schließungen lokaler und internationaler Rundfunkstationen lassen vermuten, dass die Führer des Staatsstreiches etwas verheimlichen wollen. Wir hegen Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Vorgehens bei der Absetzung des demokratisch legitimierten Präsidenten Manuel Zelaya", so ROG. "Wir fordern die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und die internationale Gemeinschaft auf, auf die Aufhebung der Nachrichtensperre zu drängen."

Infolge des Militärputsches und der anschließenden Einsetzung von Roberto Micheletti als neuen Präsidenten kam es zu Kundgebungen, bei denen ein Journalist von Anhängern Zelayas mit Steinen beworfen, geschlagen und getreten wurde.

"Journalistinnen und Journalisten leiden selbst in normalen Zeiten unter dem hohen Grad an Gewalt im Land", sagt ROG. "Deshalb appellieren wir an die Medien, in diesem schwierigen Moment verantwortungsvoll zu handeln. Die Spaltung der öffentlichen Meinung sollte vermieden werden, um die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten nicht zusätzlich zu erschweren."

 

Weitere Informationen:
Tel.: 030 615 85 85
presse(at)reporter-ohne-grenzen.de

 

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