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Pressefreiheit für China!
 
Newsletter 3 / 2011

Newsticker

Arabische Welt
 
Mit der Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi in der zentraltunesischen Stadt Sidi Bouzid begann am 17. Dezember 2010 der so genannte arabische Frühling. Fast ein Jahr später zieht  ROG eine Bilanz der Repressionen gegen Medienschaffende und der Zensur seit Beginn der Revolten in sechs arabischen Ländern: Tunesien, Ägypten, Libyen, Bahrein, Syrien und Jemen. Mit der Studie erstellt ROG eine Chronologie der Ereignisse für den Zeitraum vom 17. Dezember 2010 bis Mitte November 2011. Die Methoden, Formen und das Ausmaß der Unterdrückung der Pressefreiheit sind vielfältig:  Von Gewalttaten gegen Reporter über die Ausweisung von Journalisten aus dem Land bis hin zu Störungen des Mobilfunknetzes und Internets. 

Opens external link in new windowLesen Sie hier den vollständigen ROG-Bericht (PDF) über die Bilanz der arabischen Revolten in englischer Sprache. 

Parlamentswahl in Russland
 
ROG kritisiert die massiven Repressionen gegen Medien im Umfeld der Parlamentswahl in Russland am 4. Dezember. Cyberattacken gegen Onlinemedien, vorübergehende Festnahmen von Medienschaffenden, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Journalisten – die vielen Verstöße gegen die Pressefreiheit bestätigen Russlands schlechten Ruf in Bezug auf Zensur und Wahlvergehen. Während der Demonstrationen nach der Wahl am 5. Dezember kam es zu rund 300 Festnahmen von Aktivisten, darunter auch mindestens zehn Reporter, Fotografen und Blogger, die über die Proteste berichteten.

Opens external link in new windowLesen Sie hier die ausführliche Meldung zur Zensur vor und während der Wahl. 

Opens external link in new windowUnd eine Meldung in englischer Sprache zu den Repressionen gegen Journalisten nach der Wahl. 

Thailand: US-amerikanischer Blogger wegen „Majestätsbeleidigung“ verurteilt
Der US-amerikanische Blogger Joe Gordon wurde am 8. Dezember in Thailand zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht in Bangkok wirft dem in Thailand geborenen Amerikaner „Beleidung der Königlichen Familie“ vor. Gordon wurde bereits im Mai dieses Jahres während eines Thailandurlaubs festgenommen. Dem Blogger wird „Majestätsbeleidigung“ vorgeworfen, weil er in seinem Blog Passagen aus der in Thailand verbotenen Biographie „The King Never Smiles“ von Paul Handley über den König Bhumibol Adulyadej übersetzt hatte.

Opens external link in new windowLesen Sie hier mehr zu den Hintergründen der Verurteilung in englischer Sprache

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Aktion vor chinesischer Botschaft in Berlin: Sein Stuhl ist leer – Freiheit für Liu Xiaobo!

Liu Xiaobo ©ROG

ROG nimmt am 10. Dezember 2011 am weltweiten Aktionstag für den inhaftierten chinesischen Bürgerrechtler und Blogger Liu Xiaobo teil. Genau ein Jahr nach der Verleihung des Friedensnobelpreises stellt ROG zusammen mit anderen Organisationen am kommenden Samstag um 13:18 Uhr symbolisch einen leeren Stuhl vor die Botschaft der Volksrepublik China in Berlin. 

Genau um 13:18 Uhr wurde am 10. Dezember 2010 der Friedensnobelpreis an Liu Xiaobo verliehen. Sein Stuhl blieb leer. Die chinesischen Behörden ließen Liu nicht zur Verleihung in die norwegische Hauptstadt Oslo reisen. Der Bürgerrechtler verbrachte bereits mehrere Jahre hinter Gittern und wurde zuletzt 2009 festgenommen. Seitdem ist er wieder im Gefängnis und darf keine Besuche empfangen. 

An dem internationalen Aktionstag werden Stühle in bislang mehr als zehn Städten auf die Straße, größere Plätze oder vor die chinesischen Botschaften gestellt: darunter Rom, Brüssel, Washington und Berlin. Gemeinsam mit Organisationen wie Amnesty International, der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), dem Förderverein Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, The Laogai Research Foundation Italia und Deutschland fordern wir von der chinesischen Regierung: Freiheit für Liu Xiaobo! 

Alle Interessierten sind eingeladen am Aktionstag teilzunehmen und an beliebigen Orten wie Firmen, Universitäten, Schulen oder öffentlichen Plätzen am 10. Dezember 2011 um 13:18 Uhr einen leeren Stuhl auf die Straße zu stellen. 

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ROG-Preis für Pressefreiheit 2011

ROG ehrt den syrischen Karikaturisten Ali Fersat als Journalist des Jahres. Der Preis für das Medium des Jahres geht an die birmanische Wochenzeitung Weekly Eleven News.  Mit der jährlichen Auszeichnung würdigt ROG Journalisten und Medien für ihren besonderen Einsatz für Pressefreiheit und Menschenrechte. Der Preis ist in beiden Kategorien mit je 2.500 Euro dotiert. In diesem Jahr vergibt ROG die Auszeichnung in Partnerschaft mit der französischen Tageszeitung Le Monde sowie mit Unterstützung des französischen Fernsehkanals TV5 Monde. Die feierliche Verleihung des Preises fand am 7. Dezember im Auditorium der Zeitung Le Monde in Paris statt. 
 
Der im Jahr 1951 geborene Ali Fersat begann seine Laufbahn als Karikaturist mit 14 Jahren bei der syrischen Tageszeitung Al-Ayyam. Seitdem veröffentlichte Fersat mehr als 15.000 Zeichnungen in zahlreichen nationalen wie auch in internationalen Zeitungen und Publikationen. Zuletzt standen die Anti-Regierungsproteste und deren blutige Niederschlagung im Zentrum seiner Arbeit. Das Regime reagierte gegen diese künstlerische Rebellion mit Gewalt: Am 25. August attackieren Sicherheitskräfte den Zeichner und brachen ihm beide Hände. Im darauffolgenden Oktober floh Fersat aus Damaskus und lebt derzeit in Kuwait. 
 
Weekly Eleven News gehört zu den wenigen Medien in Birma, die politische und gesellschaftliche Tabus angreifen und sich dabei unerschrocken über offizielle Zensurvorgaben hinwegsetzen. Jüngstes Beispiel ist die Berichterstattung der Zeitung über die Überschwemmungen in der Stadt Mandalay im Zentrum des Landes im vergangenen August. Im November 2010 versuchte die Zeitung darüber hinaus Artikel über Unregelmäßigkeiten bei der Parlamentswahl zu veröffentlichen. In der Printausgabe scheiterte die Redaktion an der Zensur und veröffentlichte die Berichte deswegen auf der Website des Blattes. 
ROG vergibt seinen Menschenrechtspreis seit 1992 und damit in diesem Jahr zum 20. Mal. Mit der Auszeichnung sollen weltweit Journalisten und Medien ermutigt werden, die in ihrer täglichen Arbeit die Pressefreiheit verteidigen. Die diesjährige internationale Jury bestand aus zwölf Journalisten sowie Vertretern von Menschenrechtsorganisationen.

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Nothilfereferat: ROG unterstützt Hinterbliebene nach tödlicher Messerattacke auf Journalisten

Rafik Tagi ©ROG

Am 23. November starb der aserbaidschanische Journalist Rafik Tagi an den Folgen einer Messerattacke. Vier Tage zuvor wurde der Mitarbeiter der Zeitung Sanat von einem Unbekannten in der Nacht des 19. Novembers in Baku mit einem Messer angegriffen. Der Täter stach Tagi dreimal in den Rücken und drei weitere Male in den Unterleib. Trotz der schweren Verletzungen gelang es Tagi noch, seine Wohnung zu erreichen und einen Krankenwagen zu rufen. Nach zwei Operationen verstarb er in einem Bakuer Krankenhaus.

Tagi hinterlässt eine Frau und drei Kinder. Das Nothilfereferat der deutschen Sektion von ROG unterstützt die Familie des ermordeten Journalisten, die nicht nur einen geliebten Menschen verloren hat, sondern auch finanziell schwierige Zeiten überwinden muss.  

Der Journalist galt als Kritiker von religiösem Fanatismus und eines radikalen Islam sowie der iranischen Regierung und der aserbaidschanisch-iranischen Beziehungen. ROG wie auch der aserbaidschanische Presserat ziehen in Erwägung, dass die Attacke eine Reaktion auf Publikationen von Tagis sein könnte. Beide Organisationen forderten sofortige, umfassende Ermittlungen. Zuletzt kritisierte Tagi in einem Artikel für eine lokale Website am 10. November das Regime im Iran. Er warf Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor, den Islam zu diskreditieren und eine Bedrohung für die zivilisierte Welt zu sein.   

Das Nothilfereferat und ein ROG-Korrespondent vor Ort haben regelmäßigen Kontakt zur Familie. Mit ersten Zahlungen konnte das Referat Unterstützung zum Lebensunterhalt der Familie leisten und zu den Kosten der Beerdigung des Journalisten beitragen. 

Im Jahr 2012 findet in Aserbaidschan der Eurovision Songcontests (ESC) statt. ROG appelliert an die Öffentlichkeit und die Medien, über das Großereignis hinaus auch die schwierige Menschenrechtslage in dem Land und die gefährliche Situation für aserbaidschanische Journalisten in ihrer Berichterstattung aufzugreifen. Zugleich müssten die deutsche Regierung und die Europäische Union die aserbaidschanische Regierung auffordern, Repressionen gegen Medien und Zensur zu stoppen und bei Verbrechen gegen Medienschaffende ernsthaft zu ermitteln, mahnt ROG.

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Verschenken Sie die ROG-Fotobücher!

"Fotos für die Pressefreiheit 2011"

Neben den informativen Faktenblöcken beinhaltet der Fotoband Bildserien und Reportagen. Hier stellen wir Ihnen drei interessante Auszüge vor:

Kirgistan: Das Vertrauen der Menschen in ihre nächsten Nachbarn ist seit den Unruhen dahin. Foto: William Daniels / Panos Pictures

Das Rätsel von Osch

Fotos von: William Daniels
Text: Christian Neef und Erich Follath

Geschätzt 2000 Menschen starben im Juni 2010 in Kirgistan bei ethnischen Unruhen zwischen Kirgisen und Usbeken. Das Land ist zerrüttet, auch die letzten Parlamentswahlen verheißen wenig Stabilität.

 

 

 

 

Nigeria, Abuja: Offenkundige Verständigungsschwierigkeiten im Firmensitz der Nigerian National Petroleum Corporation. Foto: Christian Lutz / Agence VU / laif

Die Quellen des Unheils

Fotos von: Christian Lutz                 
Text: Horand Knaup

Die nigerianische Wirtschaft kennt nur eine Währung: Öl. Und das Geschäft mit dem schwarzen Gold ist eine Gemengelage aus Gewalt und Korruption, die kein beteiligter Konzern mehr wirklich durschaut. Nur eines ist sicher: Die nigerianisch Bevölkerung profitiert nicht davon.

 

 

 

 

Unterstützen Sie die Pressefreiheit und bestellen Sie den Bildband: 14,00 € inkl. MwSt. und Versand (in Deutschland). 

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Brandneu!

„Izis, 100 photos for the freedom of the press“

Verschenken Sie mit diesem Fotoband eine Reise in das Paris der fünfziger bis siebziger Jahre des humanistischen Fotografen Izis Bidermanas. In Litauen geboren, floh er nach Frankreich und fand dort seine Inspiration. Dichter und Fotograf  zugleich, faszinierten ihn das nostalgische Paris und seine Arbeiterklasse, die er mit seinem persönlichen Blick einzufangen verstand.

Bestellen Sie „Fotos für die Pressefreiheit 2011“ und „Izis, 100 photos for the freedom of the press“ in unserem Online Fotoband-Shop und schauen Sie sich in unserem vielfältigen Angebot um.

© Izis Bidermanas

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ROG-Bericht "Feinde des Internets" 2013

Die arabische Revolte: Aktuelle Informationen