#FreeThemAll: Mahmud Hussein | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Ägypten 19.09.2019

#FreeThemAll: Mahmud Hussein

Kairo Stadtansicht
Kairo © picture alliance/imageBROKER

Mit dem heutigen Tag bricht für den Journalisten Mahmud Hussein der 1000. Tag in Haft an. Am 23. Dezember 2016 war Hussein, der für den Nachrichtensender al-Dschasira arbeitete, während eines privaten Aufenthalts in Kairo verschwunden. Erst zwei Tage später bestätigte das ägyptische Innenministerium, dass Hussein wegen des Verdachts auf „Hetze gegen staatliche Einrichtungen“ und der „Verbreitung falscher Nachrichten“ festgehalten werde.

Der eigentliche Grund für Husseins Verhaftung dürfte derweil wohl das angespannte Verhältnis zwischen Ägypten und al-Dschasira sein. Regierungsvertreter hatten dem Sender in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, radikale Islamisten in Ägypten zu unterstützen.

Obwohl Hussein bereits seit mehr als zweieinhalb Jahren unter Arrest steht, wurde ihm noch immer kein Prozess gemacht. Bisher wurde seine Haft im berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Tora immer wieder verlängert, obwohl die eigentlich nach ägyptischem Recht erlaubte 18-Monats-Frist bis zu einer Verhandlung längst überschritten ist.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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