Nominierte: Prize for Courage

Der Preis für Mut - Courage - wird an Journalist*innen, Medien oder Nichtregierungsorganisationen vergeben, die Mut in der Praxis, Verteidigung oder Förderung von Journalismus in einem feindlichen Umfeld und trotz Bedrohung ihrer Freiheit oder Sicherheit beweisen.

Jelena Milaschina (Russland)

© Amnesty International

Jelena Milaschina

Jelena Milaschina ist Investigativreporterin der kremlkritischen Zeitung Nowaja Gaseta, wo sie sich auf die Berichterstattung über Tschetschenien spezialisiert hat. Sie übernahm den Posten, der nach der Ermordung ihrer Kollegin Anna Politkowskaja im Jahr 2006 unbesetzt blieb. Sie wurde häufig zum Ziel gewalttätiger Angriffe – zuletzt im Februar in einem Hotel in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny – sowie von Morddrohungen und Zensur. Einen ihrer Artikel über das Missmanagement der tschetschenischen Regierung in der Covid-19-Krise musste die Zeitung im April auf Verlangen der Generalstaatsanwaltschaft wieder von der Website entfernen. Dessen ungeachtet schreibt Milaschina weiter kompromisslose Artikel über die sensibelsten Themen der autonomen Republik Tschetschenien, die von Ramsan Kadyrow mit eiserner Hand regiert wird.

Margarita "Ging-Ging" Valle (Philippinen)

© PHOTO BY ANGIE DE SILVA/RAPPLER

Margarita „Ging-Ging“ Valle

Margarita „Ging-Ging“ Valle wurde im Juni 2019 verhaftet und mehrere Tage lang zur Einschüchterung in Isolationshaft gesteckt. Dennoch deckt sie weiter unbeirrt Menschenrechtsverletzungen in Davao im südlichen Teil der Philippinen auf, einer Region, die unter Kriegsrecht steht. Als Kolumnistin und Redakteurin der Zeitung und Website Davao Today ist sie auf Themen spezialisiert, die von den großen nationalen Medien oft ignoriert werden, so etwa die Rechte indigener Völker, die Rechte von Frauen in ländlichen Gesellschaften und Umweltthemen. Sie erlebte sehr früh das Vorgehen des „Duterte-Systems“, da Rodrigo Duterte lange Zeit Bürgermeister von Davao war, bevor er 2016 für das Präsidentenamt kandidierte.

Fahad Shah (Kaschmir, Indien)

© The Kashmir Walla.

Fahad Shah

Fahad Shah, Chefredakteur der wichtigsten investigativen Website The Kashmir Walla, wird aufgrund seiner Berichterstattung regelmäßig zum Verhör durch die Polizei vorgeladen. Diese versucht ihn einzuschüchtern, ihm zu drohen und ihn zur Offenlegung seiner Quellen zu zwingen, was er kategorisch ablehnt. Shah ist außerdem zum Ziel körperlicher Übergriffe geworden. Die von ihm geleitete Webseite spielt eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der Pressefreiheit, da sie acht Millionen Kaschmiris informiert, obwohl diese seit der Aufhebung der Autonomie des Territoriums im August 2019 von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Mohammad Mosaed (Iran)

© Farid KamranNia

Mohammad Mosaed

Der freie Finanzjournalist Mohammad Mosaed wurde im Februar dieses Jahres von den Revolutionswächtern vorgeladen und befragt, nachdem er in Artikeln in den sozialen Netzwerken die mangelnden Vorsorgemaßnahmen der Regierung in der Covid-19-Pandemie kritisiert hatte. Er wurde zwar freigelassen, doch wurden sein Laptop und sein Mobiltelefon beschlagnahmt und seine Twitter- und Telegram-Konten geschlossen. 2019 wurde er mehrfach wegen seiner Tweets verhaftet und von der Internationalen Allianz für Pressefreiheit auf die Liste der am meisten verfolgten Journalisten gesetzt. Mosaed wurde bereits mit dem Amin-Al-Zarb-Preis und für seine Recherchen zur Korruption im Iran mit dem Freedom of Speech Award der Deutschen Welle ausgezeichnet.

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