Nominierte: Prize for Impact

Der Preis für Wirkung - Impact - wird an Journalist*innen, Medien oder Nichtregierungsorganisationen vergeben, deren Arbeit zu einer konkreten Verbesserung der Pressefreiheit, journalistischer Unabhängigkeit und des Pluralismus oder zu einer Sensibilisierung für diese Themen geführt hat.

La Voix de Djibouti (LVD) (Dschibuti)

© La Voix de Djibouti

La Voix de Djibouti (LVD)

Der in Dschibuti verbotene Sender La Voix de Djibouti LVD ("Die Stimme Dschibutis"), der inzwischen von Frankreich aus sendet, arbeitet mit einem Netzwerk von Journalisten und freiwilligen Mitarbeiterinnen, die zur Verbreitung von Nachrichten und Informationen im Untergrund tätig sind. Trotz seiner begrenzten Mittel startete der Sender vor einigen Monaten ein Web-TV und hat damit weiter an Einfluss und Sichtbarkeit gewonnen. Ein Beispiel für seine Wirkung war die Berichterstattung über den Fall des inhaftierten Luftwaffenoffiziers Fouad Youssouf Ali, der die Regierung erschütterte. Der ehemalige Pilot veröffentlichte nach seiner Flucht ins Nachbarland Äthiopien mit der Hilfe von LVD Videos, die die Regierung von Präsident Ismaïl Omar Guelleh kritisierten. LVD wird regelmäßig von den Behörden blockiert, ist aber über das Programm #Collateral Freedom von RSF zugänglich.

Disclose (Frankreich)

© disclose.ngo

Disclose

Das junge, spendenfinanzierte Investigativmedium beschäftigt sich mit Themen von öffentlichem Interesse, wie z.B. Umwelt, soziale Fragen und die Agrar- und Ernährungswirtschaft. Disclose will Debatten anstoßen und die Bürgerinnen und Bürgern über ihre Rechte informieren. In diesem Jahr führten seine Enthüllungen über sexuellen Missbrauch im Sport zum Rücktritt des Präsidenten eines Sportverbandes. 2019 veranlasste die Veröffentlichung eines spektakulären Berichts über den Einsatz französischer Waffen im Jemen die Regierung zu einer öffentlichen Erklärung; die beiden Mitbegründer von Disclose wurden vom französischen Inlandsgeheimdienst DGSI wegen „Gefährdung nationaler Verteidigungsgeheimnisse“ zum Verhör vorgeladen. Das Verfahren wurde schließlich eingestellt.

Merman Radio (Afghanistan)

© Merman Radio

Merman Radio

Ziel von Merman Radio in der Großstadt Kandahar ist die Förderung von Frauenrechten („merman“ ist das Paschtu-Wort für „Frau“) in Afghanistan. 15 Journalistinnen, Produzentinnen und Technikerinnen produzieren täglich Sendungen, die Geschlechterrollen thematisieren, die Wahl von Frauen in öffentliche Ämter fördern und zusammen mit anderen Organisationen das Thema Gewalt gegen Frauen ins Bewusstsein rücken sollen. Der Radiosender bietet zudem eine Journalistinnenausbildung. Er setzt seine Tätigkeit trotz Drohungen der Taliban, Warnungen der Sicherheitsdienste und Angriffe auf seine Mitarbeiterinnen fort.

Cecilia Olliveira (Brasilien)

© TheIntercept_

Cecilia Olliveira

Die investigative Journalistin Cecilia Olliveira schreibt für die brasilianische Ausgabe von The Intercept über Fragen der öffentlichen Sicherheit, den Drogenhandel und die Arbeit der Behörden. Sie recherchierte die Herkunft der Munition, mit der in den Favelas von Rio de Janeiro bei Bandenkriegen und Schusswechseln mit der Polizei immer wieder auch Bewohnerinnen und Passanten getötet werden. Die analysierten Patronenhülsen stammten zu einem Drittel aus  Ländern wie den Vereinigten Staaten, China, Russland, Belgien und von der NATO. Sie entwickelte außerdem die App Fogo Cruzado („Kreuzfeuer“), die bewaffnete Gewalttaten in Rio und Recife dokumentiert und die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Viertel warnt. Sie gehört zu den wichtigsten Stimmen, die einen vielfältigen und unabhängigen Journalismus im Land fördern.

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