Nominierte: Prize for Independence

Der Preis für Unabhängigkeit wird an Journalisten, Medien oder NRO vergeben, die sich Druck - sei es finanziellem, politischem, wirtschaftlichem oder religiösem - widersetzen. Oder weil sie sich zu beispielhaften Werten und Standards zur Durchsetzung von Pressefreheit bekennen und diese durchsetzen.

Lina Attalah (Ägypten)

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Lina Attalah

Lina Attalah ist Chefredakteurin und Mitbegründerin der Online-Zeitung Mada Masr, eines der wenigen noch verbleibenden unabhängigen Nachrichtenmedien in Ägypten. Sie schreckt vor kontroversen Themen nicht zurück und kämpft gegen Selbstzensur. In einem Land, in dem die meisten großen Medien im Besitz von Gefolgsleuten des Präsidenten sind, geraten unabhängige Medien immer stärker unter Druck. Attalah wurde mehrfach wegen ihrer Recherchen oder Interviews verhört. Nachdem Mada Masr 2019 eine Recherche über den Sohn von Präsident Abdel Fattah Al-Sisi veröffentlicht hatte, wurden die Redaktionsräume durchsucht. Der Zugang zur Webseite von Mada Masr in Ägypten wird seit drei Jahren von den Behörden blockiert. Das Time Magazine kürte Lina Attalah 2020 zu einer der 100 weltweit einflussreichsten Personen.

Péter Uj (Ungarn)

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Péter Uj

Péter Uj  ist als Chefredakteur der Nachrichtenwebseite 444.hu eine führende Persönlichkeit des unabhängigen ungarischen Journalismus. 1999 war er an der Gründung des lange Zeit wichtigsten unabhängigen Nachrichtenportals Index.hu beteiligt, das er elf Jahre lang leitete, bis ichm die Einmischungsversuche der Regierung zu weit gingen. Als entschlossener und charismatischer Vorkämpfer für die Pressefreiheit rief er die Webseite 444.hu ins Leben - obwohl Ministerpräsident Viktor Orbán mit allen Mitteln versucht, den letzten unabhängigen Medien des Landes einen Maulkorb anzulegen.

The Cambodian Journalists Alliance (CamboJA) (Kambodscha)

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The Cambodian Journalists Alliance (CamboJA)

Die Gründung der CamboJA im Dezember 2019 war eine Reaktion auf den zerstörerischen Einfluss der Politik: Die Clique um Premierminister Hun Sen, der seit über 30 Jahren an der Macht ist, zerstörte gewaltsam die unabhängige Presse im Land und brachte die Medienlandschaft des Landes zum Erliegen. Das Bündnis entwickelte eine unabhängige Nachrichtenplattform, die kambodschanischen Journalistinnen und Journalisten einen Raum der Meinungsäußerung und einen Ort gab, an dem sie Verletzungen der Pressefreiheit anprangern und Unterstützung und Ausbildung in journalistischer Ethik und investigativem Journalismus erhalten können. CamboJA ist die letzte Bastion unabhängiger Medien im Land und hat mehr als 100 Mitglieder.

La Prensa (Nicaragua)

© LaPrensa

La Prensa

Die größte Tageszeitung Nicaraguas, La Prensa, wurde 1926 mit dem Motto „Im Dienste von Wahrheit und Gerechtigkeit“ gegründet. Sie spart nicht mit Kritik an der Regierung Ortega und steht oft in der Schusslinie der Mächtigen. In den letzten drei Jahren war den Regierenden jedes Mittel recht, um La Prensa wirtschaftlich zum Erliegen zu bringen. Über 18 Monate litt die Zeitung unter einem Mangel an Zeitungspapier und anderen Rohstoffen, was sie zu einer drastischen Reduzierung ihrer Seitenzahl zwang. In jüngster Zeit wurde La Prensa zur Zielscheibe willkürlicher Gerichtsverfahren, die sie zur Zahlung exorbitant hoher Geldstrafen zwingen sollten. In einem am 27. Januar veröffentlichten Leitartikel mit der Überschrift „Die Diktatur erdrosselt La Prensa“ erklärte der Vorstand der Zeitung, dass ihre Tage infolge dieser behördlichen Zensur gezählt seien.

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