Nominierte: Prize for Independence

Der Preis für Unabhängigkeit wird an Journalisten, Medien oder NRO vergeben, die sich Druck - sei es finanziellem, politischem, wirtschaftlichem oder religiösem - widersetzen. Oder weil sie sich zu beispielhaften Werten und Standards zur Durchsetzung von Pressefreheit bekennen und diese durchsetzen.

Stand News (Hongkong)

Stand News (Hongkong)

Stand News wurde im Dezember 2014 in Hongkong gegründet und ist eine unabhängige, gemeinnützige, kantonesisch-chinesische Nachrichten-Webseite. Sie verpflichtet sich, die Grundwerte Demokratie, Menschenrechte, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit zu verteidigen und ein Raum zu sein, in dem Journalistinnen und Journalisten unabhängig von Unternehmen, Behörden und politischen Parteien publizieren können. Nach der erzwungenen Schließung der Zeitung Apple Daily im Juni 2021 traten sechs Vorstandsmitglieder des Mediums zurück, um einer Strafverfolgung zu entgehen, und alle Meinungsartikel und Kolumnen von Stand News wurden vom Netz genommen, um die Autorinnen und Autoren zu schützen. Heute berichtet Stand News weiter über wichtige politische und soziale Entwicklungen in Hongkong, einschließlich der Politik der Regierung und aller Gerichtsprozesse im Zusammenhang mit dem Nationalen Sicherheitsgesetz.

Majdoleen Hassona (Palästina)

Majdoleen Hassona (Palästina)

Bevor sie zum türkischen Fernsehsender TRT wechselte und nach Istanbul zog, wurde die palästinensische Journalistin Majdoleen Hassona wegen ihrer kritischen Berichterstattung mehrfach von israelischen und palästinensischen Behörden schikaniert und strafrechtlich verfolgt. Bei einem Besuch im Westjordanland im August 2019 mit ihrem Verlobten (ebenfalls ein TRT-Journalist) wurde sie an einem israelischen Kontrollpunkt angehalten und ihr wurde mitgeteilt, dass sie „aus Sicherheitsgründen“ einem vom israelischen Geheimdienst erlassenen Verbot, das Territorium zu verlassen, unterliege. Seitdem sitzt sie im Westjordanland fest und ist von ihrem Verlobten getrennt, der ohne sie in die Türkei zurückkehren musste. Sie beschloss, die Berichterstattung im Westjordanland wieder aufzunehmen. Als sie im Juni 2021 über regierungsfeindliche Proteste nach dem Tod des Aktivisten Nizar Banat berichtete, wurde sie von palästinensischen Sicherheitsbeamten geschlagen.

Moussa Aksar (Niger)

Moussa Aksar (Niger)

Im Niger kann ein Journalist von einer auf investigative Berichterstattung spezialisierten Publikation nicht leben. Das Ausmaß der Belästigung ist zu groß, Werbetreibende werden zu sehr abgeschreckt. Um das Überleben und die Unabhängigkeit der von ihm 2002 gegründeten Zeitung L’Événement zu sichern, betreibt Moussa Aksar nebenbei auch Landwirtschaft. Der Verkauf von Mangos und Kamelmilch ermöglicht es ihm, seine journalistische Arbeit fortzusetzen. Gleichzeitig leitet er das Norbert Zongo Center for Investigative Journalism (CENOZO). Er hat vor drei Jahren die gedruckte Ausgabe von L’Événement eingestellt, hält aber an seiner Webseite fest und berichtet und recherchiert weiter trotz Drohungen. Allein in den vergangenen zwei Jahren stand er achtmal vor Gericht und wurde im Juni zu einer Geldstrafe von 1.830 Euro verurteilt, weil er an einer internationalen journalistischen Recherche teilgenommen hatte, die die Veruntreuung großer Summen öffentlicher Gelder im Zusammenhang mit Waffenkäufen aufgedeckt hatte.

András Arató (Ungarn)

András Arató (Ungarn)

András Arató leitet Klubrádió, einen unabhängigen Radiosender mit Sitz in Budapest, der für seine offene und humorvolle Kritik an den Behörden bekannt ist. Der Sender wurde ein weiteres Opfer der Zensurpolitik der ungarischen Regierung, als der ungarische Medienrat ihm aus vorgeschobenen Verwaltungsgründen die Betriebslizenz entzog. Die Entscheidung wurde von der Europäischen Kommission als diskriminierend erachtet, aber vom ungarischen Obersten Gerichtshof bestätigt. Heute sendet Klubrádió nur noch im Internet und überlebt dank der Spenden seiner Hörerinnen und Hörer. András Arató führt unterdessen den juristischen und finanziellen Kampf um eine der letzten großen unabhängigen Nachrichtenquellen in Ungarn weiter.

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