#FreeThemAll: Sofiane Merakchi | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Algerien 08.10.2019

#FreeThemAll: Sofiane Merakchi

Proteste in Algerien
Proteste in Algerien © picture alliance/Mohamed Farouk Batiche/dpa

Seit Februar dieses Jahres werden Journalistinnen und Journalisten, die über die regierungskritischen Proteste in Algerien berichten, immer wieder an ihrer Arbeit gehindert. Die algerischen Behörden blockieren Nachrichten-Websites, weisen Korrespondenten ausländischer Medien aus und verfolgen Journalisten aufgrund ihrer Berichterstattung. So erging es jüngst auch dem Reporter Sofiane Merakchi, der für den in Beirut ansässigen TV-Sender al-Mayadeen arbeitet.

Am 22. September drangen Polizisten in Merakchis Büro in Algier ein und nahmen ihn fest. Wenig später wurde der Journalist angeklagt. Der Vorwurf: Merakchi habe ohne eine gültige Lizenz für ausländische Medienanstalten gearbeitet und technische Ausrüstung nach Algerien eingeschmuggelt. Sollte Merakchi für schuldig befunden werden, dann drohen ihm bis zu sieben Jahre Haft. Kurz vor seiner Festnahme hatte der Journalist über Proteste in Algier berichtet, bei denen Demonstranten neue Präsidentschaftswahlen gefordert hatten.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Algerien auf Platz 141 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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