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Großbritannien

Großbritannien ist eins der am schlechtesten bewerteten Länder Westeuropas auf der Rangliste der Pressefreiheit. Immer wieder schränken die Behörden die Pressefreiheit ein, oft unter Berufung auf die nationale Sicherheit. 2018 wertete der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die massenhafte Ausspähung von Journalist*innen und Aktivist*innen als Verstoß gegen das Grundrecht auf Meinungs- und Pressefreiheit. Im nordirischen Derry/Londonderry wurde 2019 bei Auseinandersetzungen zwischen irischen Nationalisten und der Polizei die Journalistin Lyra McKee erschossen. Journalist*innen, die über Paramilitärs in Nordirland berichten, werden bedroht. Der Fall Julian Assange gibt Anlass zu großer Sorge: Wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen erhielt der Wikileaks-Gründer eine unverhältnismäßige Freiheitsstrafe von 50 Wochen, das Auslieferungsersuchen der USA wurde zur Prüfung angenommen, und trotz schlechten Gesundheitszustands ist Assange seit mehr als einem Jahr in einem Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert. Premier Boris Johnson und seine Konservative Partei bedienen sich gelegentlich medienfeindlicher Rhetorik und nehmen vor allem die öffentlich-rechtliche BBC ins Visier.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 35 von 180
Die Lebenspartnerin von Julian Assange, Stella Moris, gibt umringt von Unterstützerinnen und Unterstützern ein Statement vor dem Old Bailey in London ab
Großbritannien / USA13.10.2020

Assange-Verfahren: RSF kritisiert Intransparenz

Nachdem Reporter ohne Grenzen vier Wochen lang das Auslieferungsverfahren des Wikileaks-Gründers Julian Assange beobachtet hat, bekräftigt die Organisation ihre Forderung an Großbritannien, Assange umgehend freizulassen. Im Zeugenstand haben Expertinnen und Experten in den vergangenen Wochen zahlreiche Argumente dafür vorgelegt.

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Protest für die Freilassung von Julian Assange mit zerrissenen USA-Flaggen, einem Schild mit der Aufschrift "Stop this political trial" und einem anderen Schild mit der Aufschrift "Don't extradite Assange"
Großbritannien / USA25.09.2020

#FreeAssange-Petition von Spambot angegriffen

Die internationale #FreeAssange-Petition von Reporter ohne Grenzen (RSF) sowie Teile der englischsprachigen Website sind Opfer einer Spambot-Attacke geworden. Dabei wurden der Petition Zehntausende gefälschte Unterschriften hinzugefügt. RSF reagierte jedoch zeitnah, so dass die Veröffentlichung privater Daten verhindert werden konnte.

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Großbritannien / USA04.09.2020

NGOs Zugang zu Assange-Anhörung garantieren

Vor der Fortsetzung des Auslieferungsverfahrens von Wikileaks-Gründer Julian Assange in London erneuert Reporter ohne Grenzen (RSF) seine Forderung an Großbritannien, Assange umgehend freizulassen. RSF fordert zudem das Gericht auf, unabhängigen Beobachterinnen und Beobachtern Zugang zum Gerichtssaal zu garantieren und so ein transparentes Verfahren zu gewährleisten.

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