Portraits

Diese Auswahl an Journalisten zeigt die Bandbreite an verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, die vom Nothilfe-Referat von Reporter ohne Grenzen unterstützt werden. 

Journalisten im Exil berichten...

Reporter ohne Grenzen setzt sich für Medienschaffende ein, die ihr Land wegen Repression und Verfolgung verlassen mussten. Meera Jamal (Pakistan) und Eric Topona (Tschad) erzählen von ihrer Flucht und dem Leben im Exil.

Yahya Al Aous ist ein syrischer Menschenrechtsaktivist und Journalist, der sich insbesondere für die Rechte der Frauen eingesetzt hatte. Er schrieb kritische Artikel zur Situation der Menschenrechte in Syrien für eine in den Vereinigten Emiraten registrierte Website. Wegen dieses Engagements wurde er von 2002 – 2004 inhaftiert. Reporter ohne Grenzen konnte sich erfolgreich für seine Aufnahme durch die Bundesregierung einsetzen. Er lebt mit seiner Familie seit April 2015 in Berlin und schreibt u.a. für das „Handelsblatt“ und die „Süddeutsche Zeitung“. Aktuell arbeitet er an einem Buchprojekt. 


Doha Hassan ist eine Autorin, Journalistin und Fotografin aus Syrien. Seit 10 Jahren arbeitet sie für internationale und nationale Zeitungen, TV-Sender und Web-Nachrichten als Reporterin und Redakteurin. Im Jahr 2013 hat sie den von der EU geförderten prestigeträchtigen Samir Kassir for Freedom of Expression Preis erhalten. Seit 2011 berichtet sie über die damals noch anfängliche Revolte in Syrien. Doha wagte sich oft in gerade von der Regierung verlorende Gebiete, die für andere Journalisten schwer zugänglich waren und berichtete über die menschliche Seite des Aufstands, der schnell sich zu einem kompromisslosen Bürgerkrieg entwickelte. 2014 veröffentlichte die Syria Association for Citizenship ihr Buch Table Ground. Seit kurzem arbeitet Doha Hassan für den deutschen TV-Sender ZDF.  

Shiine Ahmed Culay arbeitete seit 2010 in Somalia und im autonomen Puntland für verschiedene Medien, sowie für Radio Garowe, Garowe Times Horseed Media und Horn Cable TV.
In seinen kompetenten journalistischen Arbeiten analysierte er u.a. die sozialen Rahmenbedingungen, die zur Stärkung der islamistischen Gruppierung Al-Schabab führten, der eine Vielzahl von Anschlägen auf Journalist/innen in Somalia zur Last gelegt wird.
Herr Culay wurde bei einem schweren Bombenanschlag am 04.10.2011 verwundet, der von Al-Schabab vor einem Regierungskomplex verübt  wurde. Aufgrund der dieser für ihn lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen sah er keine andere Alternative mehr als die Flucht aus Somalia. Er lebt seit September 2014 als Asylbewerber in Hagen und wartet auf die Bearbeitung seines Asylantrages. Shiine setzt seine journalistische Arbeit im Exil fort. Er arbeitete an der Dokumentation My Escape mit  und veröffentlicht seit kurzen Nachrichten auf einer eigenen Website

 

Abdifatah Hussen Mohamed wurde am 29.08.1990 in Mogadischu, der Hauptstadt Somalias, geboren. Nachdem er die Hochschule beendet hatte, absolvierte er dort ein Praktikum als Journalist. Später arbeitete er bei Radio Shabelle in Mogadischu. Seit fast zwei Jahren wohnt er nun mit seiner Familie in Schweinfurt und arbeitet ehrenamtlich für den somalischen Fernsehsender Somsat TV.

Itai Mushekwe ist ein politischer und investigativer Journalist aus Simbabwe. Er hat für die landesweit führende Wochenzeitung „The Zimbabwe Independent“ als politischer Reporter gearbeitet. Seine journalistische Karriere hat jedoch mit seiner Anstellung als Boulevardjournalist begonnen. 2007 ging er ins Exil nach Deutschland. Ein Jahr später wurde er mit dem Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit geehrt. Er wurde ausgezeichnet für seine Bemühungen, Politik- und Wirtschaftsskandale unter der Regierung von Robert Mugabe in Simbabwe aufzudecken. Er schrieb für internationale Medien wie für die Zeitungen  „New Times of Moscow“ in Russland und „The Daily“ und „Sunday Telegraph” in Großbritannien. Mit Spotlight Zimbawe hat er eine eigene Nachrichtenplattform zu den aktuellen Entwicklungen in seinem Heimatland gegründet. 

Im Frühjahr 2016 absolvierte er ein Praktikum beim Handelsblatt. Auf 3sat wurde ein Kulturzeit Interview mit ihm veröffentlicht.

Wir unterstützen seit Juni 2013 die afghanische Journalistin Sharmila Hashimi – unter anderem im Asylverfahren. Die unabhängige Radio- und TV-Journalistin sowie Ausbilderin für Nachwuchsjournalisten wurde in Herat von den Taliban bedroht und musste Afghanistan verlassen. 
Sharmila Hashimi hat die Öffentlichkeitsarbeit von Reporter ohne Grenzen mit Interviews unterstützt. Sie lebt mit ihrem Sohn in Berlin und wartet auf eine Entscheidung im Asylverfahren. 

Mortaza Rahimi ist ein junger Journalist aus Afghanistan. Als Reporter arbeitete er für mehrere afghanische Zeitungen und Webseiten. Er gehört der ethnischen Minderheit der Hazara an, welche in Afghanistan regelmäßigen Verfolgungen ausgesetzt ist. Mortaza hegt Hoffnung für sein kriegsgeschundenes Land und setzt sich für Frieden und eine Gleichberechtigung der Hazara ein. Dies war für ihn auch der Hauptgrund zu schreiben und den Beruf des Journalisten zu wählen. Seit Ende 2011 lebt er in Deutschland und steht seitdem mit Reporter ohne Grenzen im engen Kontakt. Er konnte bei der TAZ Anfang 2016 ein Praktikum absolvieren. 

Maryam Mirza ist eine iranische Journalistin und hat sowohl für offizielle Fachzeitschriften, als auch für alternative Projekte gearbeitet, unter anderem für die allerersten Webseiten iranischer Frauen, die via Internet in Form von Online-Kampagnen und Webseiten ihre Rechte einfordern. Sie hat den Iran 2009 verlassen und arbeitet jetzt in Bonn bei der Deutschen Welle. Sie weiß nicht, ob man ihre Situation als „Exil“ oder „Immigration“ oder „Zwangsumsiedlung“ bezeichnen kann. Sie fühlt sich jedenfalls wie im Exil. Trotzdem hält sich das nicht davon ab, das Leben zu genießen und eine neue Kultur kennenzulernen. Es ist eine Art Lernprozess.

Soheil Asefi wurde 2008 von der Stadt Nürnberg im Rahmen des Programms „Writers in Exile“, das vom deutschen P.E.N.- Zentrums organisiert wird, eingeladen. Im Iran hatte er zehn Jahre lang in großen Medienunternehmen gearbeitet. Er wurde wegen seiner unabhängigen journalistischen Arbeiten inhaftiert und gegen Kaution wieder freigelassen. Er ist Träger des Hermann-Kasten-Preises. Nach seiner Anerkennung als politischer Flüchtling zog er nach Berlin und steht seit 2011 im engen Kontakt zu Reporter ohne Grenzen. Im August 2015 nahm er ein Masterstudium auf dem Gebiet der Politikwissenschaften an der New School in New York auf. 
Er schreibt weiter für internationale Medien wie Monthly ReviewCounterpunchMedia with Conscience und The New Arab. Soheil kann auf Twitter gefolgt werden. 

Meera Jamal ist eine pakistanische Journalistin. 2003 begann sie ihre Karriere in der Redaktion einer der ältesten und meistgelesenen englischsprachigen Zeitungen Pakistans – Dawn. In Karachi beteiligte sie sich an verschiedenen Medienkampagnen für Menschenrechte. 2008 kürte sie das US State Department zu einer der weiblichen Top Ten Journalistinnen in Pakistan, woraufhin sie in die USA geschickt wurde, um von dort über die Vorwahlen zu berichten. 2011 gewann sie den Filippas Engel Preis für ihre Arbeit in Pakistan. Aufgrund von Drohungen in ihrer Heimat musste Meera Jamal 2008 Pakistan verlassen. Sie arbeitet mit Journalisten helfen Journalisten und den Neuen Medienmachern zusammen.
Sie lebt mit ihrer Familie in Wiesbaden. Ein aktueller Artikel über Meera Jamal wurde in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht.

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