Dil Afrose Jahan | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit

Dil Afrose Jahan

Dil Afrose Jahan

© ROG

Dil Afrose Jahan

Dil Afrose Jahan ist eine junge investigative Journalistin in Bangladesch, die sich vor allem für Menschenrechte und Frauenfragen einsetzt. Sie nimmt am Berliner Stipendienprogramm von Reporter ohne Grenzen teil.

Jahan begann ihre Karriere 2012 bei der Daily Shokaler Khabor (Bangla News daily). Im Jahr 2014 fing sie an, für die Dhaka Tribune zu arbeiten und berichtete über Landnahme und einen heftigen Aufstand zwischen Sexarbeitern, lokalen Islamisten und politischen Aktivisten im ältesten Bordell des Landes. Später arbeitete sie für Deepto TV als Journalistin. Sie erstellte investigative Berichte über den Internationalen Strafgerichtshof, Recht, Menschenrechte einschließlich der Rechte von Kindern, Menschenhandel, ethnische Minderheiten und religiöse Minderheiten. Zudem produzierte sie eine Serie, über Jamaat-e-Islam.

Seit 2016 arbeitet sie wieder als Reporterin bei der Dhaka Tribune, einer der angesehensten Tageszeitungen Bangladeschs. Ihre Berichterstattung hat Auswirkungen auf die Regierungsverwaltung und die Justiz. Sie befasst sich mit den Rechten von Frauen und Kindern, Bildung und Arbeitsrechten sowie mit Migration, Menschenhandel, Recht und frühkindlicher Entwicklung. Sie hat die Rohingya-Krise 2017-2018 von der Grenze aus begleitet. Derzeit arbeitet Jahan an einem eigenen internationalen Nachrichtenportal, das Fragen der frühkindlichen Entwicklung in Asien und Afrika behandeln wird. Außerdem entwickelt sie ein auf LGBTQ-Rechten basierendes Online-Nachrichtenportal, um die Menschenrechtslage in Bangladesch anzugehen.

UNICEF nominierte sie für den Meena Media Award 2016 für die Berichterstattung über frühkindliche und psychische Gesundheitsentwicklung. Im Jahr 2017 arbeitete sie mit dem Foreign Press Center aus den USA zusammen, wo sie an einer internationalen Berichterstattungstour zur Bekämpfung des Menschenhandels durch Prävention, Schutz und Strafverfolgung teilnahm. Jahans unabhängiger Dokumentarfilm Champa Jhiripara (2016) wurde beim 14. Dhaka International Film Festival in zwei Kategorien gezeigt: Short & Independent and Scandinavian/Nordic Film Session und Women Filmmaker Session.

Aufgrund ihrer kritischen Arbeit wurden Jahans Social Media-Profile von der Regierung überwacht. Sie wurde im täglichen Leben verfolgt sowie telefonisch und physisch von Strafverfolgungsbehörden und Extremisten bedroht. Bei der Publikation ihrer Artikel, wie zum Beispiel über sogenannte Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse in Bangladesch oder ihr Untersuchungsbericht über das Verbot für Bangladescher, Rohingya zu heiraten, bestand stets die Gefahr im Gefängnis zu landen.

Jahan hält es daher für notwendig, mehr über die digitale Sicherheit - als Journalistin - und die Sicherheit der Nachrichtenredaktion im digitalen Zeitalter zu erfahren. Wenn die Regierung eines Landes selbst zur größten Bedrohung für die digitale Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger wird, sollten auch Nachrichtenredaktionen über digitale Sicherheit informiert werden, so dass sie in der Lage sind, zu berichten, wenn Gesetze gegen die Meinungs- und Pressefreiheit verstoßen.

nach oben