Julieta Alipala | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit

Julieta Alipala

Julieta Alipala

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Julieta Alipala

Die ehemalige Menschenrechtsaktivistin Julieta Alipala ist Nachrichtenreporterin für Philippine Daily Inquirer, die führende englischsprachige Tageszeitung auf den Philippinen, für die sie aus den südlichen und westlichen Regionen der Inselgruppe Mindanao berichtet. Als eine von vier Stipendiat*innen ist sie für das Berliner Stipendienprogramm nach Deutschland gekommen, um zu lernen, wie sie sich besser im digitalen Raum schützen kann.

Alipalas journalistische Tätigkeit begann, als sie im September 1998 über die Entführung eines italienischen Priesters schrieb. Seitdem berichtete sie immer wieder über Krisensituationen, darunter Geiselnahmen, den Krieg gegen den Terror und die Aktionen von militanten islamistischen Organisationen in Mindanao. Der Fokus ihrer Arbeit liegt dabei auf Themen wie Missbrauch, Kriegsverbrechen und der Ausbeutung von Frauen, Kindern und Binnengeflüchteten. 

Sie war zwei Amtsperioden lang Direktorin der Nationalen Gewerkschaft der Journalist*innen der Philippinen (NUJP). Ihre Arbeit wurde mehrmals gewürdigt, unter anderem 2013 mit dem Preis des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz für humanitäre Berichterstattung. 2016 war sie Finalistin des Preises der Katholischen Massenmedien auf den Philippinen.

Durch ihre Berichte über Abu Sayyaf, eine islamistische militante Untergrundorganisation im muslimischen Süden der Philippinen, und deren Kontakte zum Militär, die sie 2002 aufdeckte, haben die Bedrohungen gegen sie begonnen. Sie wurde belästigt, verbal angegriffen, erhielt Morddrohungen per SMS und ein Berichterstattungsverbot auf Militärstandorten. In jüngster Zeit fanden die Angriffe vermehrt online statt. Alipala vermutet dahinter die „Trolle“ einiger Politiker*innen, die vor den Wahlen auf den Philippinen im Mai 2019 aktiv waren. Nach ihren Berichten, die sie im September 2018 über die Tötung einer Gruppe junger Bauern in Mindanao angefertigt hat, geriet Alipala digital weiter unter Druck.

Ihr Aufenthalt in Berlin ist nicht ihr erstes derartiges Stipendium. 2007 war sie Stipendiatin in einem Kurs zur konfliktlösenden Rolle von Kriegs- und Friedensjournalismus an der University of Sydney, Australien. Zu ihren weiteren Auslandsaufenthalten gehören eine Reise nach Oslo im Jahr 2012 als Teil einer philippinischen Journalist*innen-Delegation, die Teilnahme an der Asia Media Conference in Südkorea 2017 und beim Welttag der Pressefreiheit 2019 in Äthiopien. (Stand: 06.11.2019)

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