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Hongkong

Der Einfluss Pekings hat zu einer deutlichen Verschlechterung der Lage der Pressefreiheit in Hongkong geführt. So wurde der Financial-Times-Journalist Victor Mallet im Oktober 2018 ausgewiesen, nachdem er als Vizepräsident des Foreign Correspondents‘ Club of Hong Kong (FCCHK) den Vertreter einer Partei eingeladen hatte, die sich für die Unabhängigkeit Hongkongs einsetzt. Mehr als die Hälfte der Medieneigentümer Hongkongs gehören politischen Organisationen in Festlandchina an. Das Verbindungsbüro der Kommunistischen Partei Chinas kontrolliert mehrere Medien in Hongkong. Widerstand kommt von einigen unabhängigen Online-Medien wie Citizen News, The Initium, Hong Kong Free Press und inMedia, deren Leser*innenzahl wächst.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 80 von 180
Hongkong 07.05.2021

#FreeThemAll: Bao Choy

Eine Frau mit kurzen schwarzen Haaren und schwarzem Mundschutz.
Bao Choy © picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Kin Cheung

In Honkong ist die Investigativreporterin Choy Yuk Ling, auch bekannt unter dem Synonym Bao Choy, wegen „Falschaussagen“ zu einer Geldstrafe von umgerechnet 650 Euro verurteilt worden. Konkret war der Journalistin vorgeworfen worden, sich während ihrer Recherchen für einen Dokumentarfilm unrechtmäßigen Zugang zu einer behördlichen Datenbank verschafft zu haben. In dem Film setzt sich Choy mit den Verfehlungen der Hongkonger Polizei auseinander, deren Vertreter im Jahr 2019 tatenlos dabei zugesehen hatten, wie ein wütender Mob in dem Bezirk Yuen Long gewalttätig gegen Anhänger der Demokratiebewegung vorgingen.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte die Verurteilung der Journalistin aufs Schärfste und bezeichnete sie in einer Stellungnahme als weiteres Indiz für den „Niedergang der Pressefreiheit“ in Hongkong. Erst am 16. April war dort auch der Verleger Jimmy Lai verurteilt worden: wegen „illegaler Versammlung“ belegte ein Gericht den 73-jährigen mit einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten.



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