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Hongkong

Der Einfluss Pekings hat zu einer deutlichen Verschlechterung der Lage der Pressefreiheit in Hongkong geführt. So wurde der Financial-Times-Journalist Victor Mallet im Oktober 2018 ausgewiesen, nachdem er als Vizepräsident des Foreign Correspondents‘ Club of Hong Kong (FCCHK) den Vertreter einer Partei eingeladen hatte, die sich für die Unabhängigkeit Hongkongs einsetzt. Mehr als die Hälfte der Medieneigentümer Hongkongs gehören politischen Organisationen in Festlandchina an. Das Verbindungsbüro der Kommunistischen Partei Chinas kontrolliert mehrere Medien in Hongkong. Widerstand kommt von einigen unabhängigen Online-Medien wie Citizen News, The Initium, Hong Kong Free Press und inMedia, deren Leser*innenzahl wächst.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 80 von 180
Hongkong 12.07.2021

#FreeThemAll: Claudia Mo

Hongkong bei Nacht © picture alliance / NurPhoto / Vernon Yuen

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die Behörden in Hongkong dazu aufgerufen, die politische Aktivistin und ehemalige Journalistin Claudia Mo umgehend freizulassen. Mo, die unter anderem für die Nachrichtenagentur AFP und den Sender Radio Television Hong Kong (RTHK) arbeitete und zwischen 2012 und 2020 als Abgeordnete dem Legislativrat angehörte, befindet sich seit mehr als vier Monaten in Haft. Zusammen mit 46 anderen prodemokratischen Aktivisten war die 64-Jährige am 28. Februar festgenommen und später wegen „Verschwörung gegen den Staat“ angeklagt worden. Eine Entlassung gegen Kaution wurde ihr bereits mehrfach verweigert, unter anderem wegen des Vorwurfs, „Interviews mit ausländischen Medien“ geführt zu haben. Sollte Mo für schuldig befunden werden, dann droht ihr eine lebenslange Haftstrafe.

Neben Mo befinden sich in Hongkong auch weiterhin mehrere andere Journalistinnen und Journalisten im Gefängnis, darunter der Verleger Jimmy Lai, der Chefredakteur der kürzlich eingestellten Zeitschrift Apple Daily, Ryan Law, und die Journalistin Gwyneth Ho.



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