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Hongkong

Der Einfluss Pekings hat zu einer deutlichen Verschlechterung der Lage der Pressefreiheit in Hongkong geführt. So wurde der Financial-Times-Journalist Victor Mallet im Oktober 2018 ausgewiesen, nachdem er als Vizepräsident des Foreign Correspondents‘ Club of Hong Kong (FCCHK) den Vertreter einer Partei eingeladen hatte, die sich für die Unabhängigkeit Hongkongs einsetzt. Mehr als die Hälfte der Medieneigentümer Hongkongs gehören politischen Organisationen in Festlandchina an. Das Verbindungsbüro der Kommunistischen Partei Chinas kontrolliert mehrere Medien in Hongkong. Widerstand kommt von einigen unabhängigen Online-Medien wie Citizen News, The Initium, Hong Kong Free Press und inMedia, deren Leser*innenzahl wächst.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 80 von 180
Hongkong 21.08.2021

#FreeThemAll: Jimmy Lai

Zwei Männer in Uniform, im Hintergrund ein Gebäude.
Polizisten vor dem Gebäude von Apple Daily © picture alliance / NurPhoto / Vernon Yuen

In Hongkong droht dem Verleger Jimmy Lai, der dort bereits im August 2020 festgenommen wurde und derzeit eine 20-monatige Gefängnisstrafe verbüßt, eine lebenslange Haftstrafe. Ursprünglich war der mittlerweile 73-jährige Verleger und Gründer der Zeitung Apple Daily wegen seiner Beteiligung an einem nicht genehmigten regierungskritischen Protest verhaftet worden. Nun soll er sich jedoch auch wegen einer ganzen Reihe weiterer Vergehen vor Gericht verantworten. Unter anderem werden Lai „Verschwörung“, „Kooperation mit ausländischen Kräften“ und „Betrug“ vorgeworfen. Die nächsten Anhörungen dazu sollen in Hongkong im Oktober stattfinden.

Apple Daily gilt in Hongkong als eine der wenigen regierungs- und chinakritischen Zeitungen. Lai selbst hatte sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch über die Kommunistische Partei in Peking geäußert und Stellung für die Demokratiebewegung bezogen, die seit Sommer 2019 in Hongkong demonstriert. In den letzten Jahren wurde er immer wieder zeitweise verhaftet.



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