#FreeThemAll: Ruholla Zam | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Iran 31.10.2019

#FreeThemAll: Ruholla Zam

Telegram auf Smartphone
Telegram auf einem Smartphone © picture alliance / AP Photo

Seit Mitte Oktober dieses Jahres befindet sich der iranische Journalist Ruholla Zam in Haft. Zam, der aus dem französischen Exil einen verschlüsselten Nachrichtendienst über die App Telegram betrieb, wurde anscheinend bei einer privaten Reise nach Bagdad entführt. Wie die Iranischen Revolutionsgarden am 14. Oktober mitteilten, sei der „Konterrevolutionär“ dank eines „komplexen und professionellen Einsatzes“ festgenommen worden. In einem Nachrichtenbeitrag, der noch am selben Tag im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, legte Zam in Handschellen ein Schuldbekenntnis ab. Er bedauere seine Taten zutiefst und bereue es, „ausländischen Regierungen und insbesondere Frankreich vertraut zu haben“.

Auf Amad News, so der Name seines Nachrichtendienstes, dem zwischenzeitlich mehr als 1,4 Millionen Menschen folgten, hatte Zam zuvor wiederholt über politische Korruptionsfälle im Iran berichtet. Bereits im Dezember 2017 hatte die iranische Regierung die Betreiber von Telegram deshalb dazu angehalten, den Kanal zu blockieren.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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