#FreeThemAll: Abdul Hafiz al-Samadi | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Jemen 11.09.2019

#FreeThemAll: Abdul Hafiz al-Samadi

Folgen von Luftangriffen in Sanaa
Folgen von Luftangriffen in Sanaa © picture alliance/Hani Al-Ansi/dpa

Seit Beginn des Bürgerkrieges im Jemen geraten dort immer wieder Journalisten zwischen die Fronten. Laut Schätzungen der Organisation Reporter ohne Grenzen sind seit 2015 mehr als 20 Medienschaffende von Regierungstruppen oder Milizen entführt worden. So erging es auch Abdul Hafiz al-Samadi. Am 27. Juli dieses Jahres war al-Samadi auf dem Weg zu einem Supermarkt in der Hauptstadt Sanaa, als ihn eine Gruppe bewaffneter Männer überfiel.

Drei Tage lang wussten seine Kollegen und Angehörigen nicht, was geschehen war. Dann meldete sich al-Samadi unter einer unbekannten Handynummer. „Alles, was wir wissen, ist, dass er im Gefängnis sitzt und verhört wird“, berichtete sein Bruder nach dem Telefonat. Al-Samadi hatte ihn im Gespräch unter anderem dazu aufgefordert, seinen Laptop an die Milizen zu übergeben. Sie seien hinter Informationen her und würden seine ganze Familie verhaften, wenn sie diese nicht bekämen. Zum Zeitpunkt seiner Entführung war al-Samadi nicht mehr als Journalist tätig. Zuvor hatte er für die Zeitschrift „Akhbar al-Yom“ eine Reihe von Artikeln geschrieben, in denen er sich kritisch mit der Rolle der Huthi-Rebellen im Jemen befasste.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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