#FreeThemAll: Reda Elhadi Fheil al-Boum | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Libyen 27.12.2019

#FreeThemAll: Reda Elhadi Fheil al-Boum

Tripolis Stadtansicht
Tripolis Stadtansicht © picture alliance

Am Abend des 15. Dezember dieses Jahres ist der Journalist und Menschenrechtler Reda Elhadi Fheil al-Boum in Libyen festgenommen worden. Al-Boum war – so belegen es Aufzeichnungen von mehreren Überwachungskameras – nach seiner Ankunft am Flughafen von Tripolis von zwei Männern in Zivil abgeführt worden. Seitdem fehlt jede Spur von ihm.

Die sogenannte Regierung der nationalen Einheit, die große Teile West-Libyens kontrolliert, bestritt zuletzt, in die Verhaftung al-Boums involviert zu sein. In einer Pressemeldung ließ das Innenministerium vielmehr verkünden, dass al-Boum von einer der vielen Milizen im Land festgehalten werde. Al-Boum stand jedoch bereits seit mehreren Jahren im Fokus der libyschen Behörden. Seit er 2016 einen Bericht über die Menschenrechtslage in Libyen veröffentlicht hatte, war er zudem mehrmals das Ziel von Online-Hetzkampagnen geworden. Souhaieb Khajati, der Leiter des Nordafrika-Referats von Reporter ohne Grenzen, forderte die libyschen Behörden deshalb dazu auf, „alles Menschenmögliche zu tun, um Reda Elhadi Fheil al-Boums Freilassung zu erwirken“. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen steht Libyen auf Platz 162 von 180.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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