#FreeThemAll: Hassan Dah | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Marokko 05.09.2019

#FreeThemAll: Hassan Dah

Proteste für Hassan Dah in Madrid
Proteste für Hassan Dah in Madrid © picture alliance/ZUMA Press

Verfolgung, Einschüchterung, Folter: Für Journalisten, die in der Westsahara arbeiten, gehört das zum Berufsrisiko. Seit sich die ehemalige Kolonialmacht Spanien 1975 zurückzog, beansprucht Marokko die Region für sich und geht skrupellos gegen alle vor, die diesen Herrschaftsanspruch infrage stellen. Dabei werden insbesondere Journalisten verfolgt, die zur Bevölkerungsgruppe der Sahrauis zählen, die seit Langem die Unabhängigkeit der Westsahara fordert. Hassan Dah ist einer von ihnen. Im Dezember 2010 saß Dah mit zwei Kollegen in einem Café in seiner Heimatstadt El-Ajun, als Polizisten in das Geschäft stürmten und ihn festnahmen. Er wurde in die 1200 Kilometer entfernte Stadt Kentira gebracht und von einem Militärgericht zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Behörden warfen ihm vor, die „Staatssicherheit zu untergraben“ – wohl vor allem, weil er 2010 über Zusammenstöße zwischen sahrauischen Demonstranten und Sicherheitskräften berichtet hatte. Dah gab zu Protokoll, dass er nach der Verhaftung „mit allen möglichen Methoden gefoltert“ wurde. Er sei getreten, an den Füßen aufgehängt und mit einem Schlagstock geschlagen worden.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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