#FreeThemAll: Taoufik Bouachrine | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Marokko 21.10.2019

#FreeThemAll: Taoufik Bouachrine

Eine Frau in Marokko trägt ein Schild mit dem Bild von Taoufik Bouachrine und der Aufschricht "Journalismus ist kein Verbrechen".
Proteste für Taoufik Bouachrine in Rabat © picture alliance / AP Photo

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die marokkanischen Behörden dazu aufgefordert, den Journalisten Taoufik Bouachrine umgehend freizulassen. Der Redakteur und Herausgeber der regierungskritischen Tageszeitung „Akhbar al-Yaoum“ war im Februar des vergangenen Jahres festgenommen und später von einem Gericht in Casablanca wegen „Missbrauch“, „Nötigung zu sexuellen Handlungen“ und „Menschenhandel“ zu einer Gefängnisstrafe von zwölf Jahren verurteilt worden. Während des noch laufenden Berufungsverfahrens forderte die Staatsanwaltschaft allerdings zuletzt eine noch höhere Haftstrafe.

Viele Beobachter zweifeln derweil an den Vorwürfen gegen Bouachrine und vermuten, dass der Prozess gegen ihn ausschließlich politisch motiviert ist. So bezeichneten Experten des UN-Menschenrechtsrats das Verfahren unlängst als „willkürlich“ und als Form der „gerichtlichen Schikane“. Der Organisation Human Rights Watch zufolge verweigerten die marokkanischen Behörden dem Journalisten im Gefängnis den Kontakt zu anderen Häftlingen. Sie verboten ihm zudem, mit Aufsehern zu sprechen, und verlegten ihn über Monate hinweg in Isolationshaft.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Marokko auf Platz 135 von weltweit 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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