#FreeThemAll: Ye Ni | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit

#FreeThemAll

Seit der Welt-Korrespondent Deniz Yücel im Februar 2018 aus dem Gefängnis in der Türkei entlassen wurde, erinnert die Zeitung täglich in ihrer Rubrik #FreeThemAll daran, wie viele andere Journalistinnen und Journalisten weiter in Haft sind. Seit Anfang September 2019 erscheint die Rubrik als Kooperation von Die Welt und Reporter ohne Grenzen.

Myanmar 25.03.2020

#FreeThemAll: Ye Ni

Flagge Myanmar
© dpa

In Myanmar muss sich der Journalist Ye Ni vor Gericht verantworten, nachdem ein Vertreter der Armee Anzeige gegen ihn erstattet hat. Ye Ni, seines Zeichens Redakteur bei der unabhängigen Nachrichtenseite The Irrawaddy, soll laut Informationen seines Arbeitgebers wegen seiner Berichterstattung über Zusammenstöße zwischen Regierungstruppen und Kämpfern der sogenannten Arakan Army vor Gericht erscheinen. Die Arakan Army, eine Rebellengruppe, die bereits 2009 gegründet wurde, wird von der Regierung in Myanmar als Terrornetzwerk eingestuft. Sollte Ye Ni verurteilt werden, dann droht ihm laut Berichten lokaler Medien eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Um vorerst auf freiem Fuß zu bleiben, hat der Journalist laut eigener Aussage zudem bereits eine Kaution von zehn Millionen Kyat, umgerechnet rund 6500 Euro, bezahlt. Eine erste Anhörung soll am 30. März stattfinden.

Shawn Crispin, ein Vertreter des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ), verurteilte das Verfahren gegen Ye Ni scharf. „Wenn Myanmar als Demokratie ernst genommen werden will, dann müssen die Einschüchterungen des Militärs gegen Journalisten aufhören“, so Crispin.



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