Designierter Präsident rechtfertigt Morde | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Philippinen 01.06.2016

Designierter Präsident rechtfertigt Morde

Der designierte Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte. © picture alliance/ZUMA Press

Reporter ohne Grenzen verurteilt die verharmlosenden Aussagen des designierten philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte über Morde an Journalisten.  „Mit derartigen Äußerungen rechtfertigt Duterte die Ermordung von Journalisten zumindest, wenn er nicht sogar dazu aufruft“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Angesichts der seit Jahren erschreckend hohen Zahl von Journalistenmorden auf den Philippinen sollte niemand solche Aussagen auf die leichte Schulter nehmen, denn sie heizen den fatalen Kreislauf der Straflosigkeit weiter an, statt ihn zu unterbrechen.“

Mihr forderte die Journalisten auf den Philippinen auf, Dutertes Pressekonferenzen zu boykottieren, bis der Politiker sich förmlich und öffentlich für seine Entgleisung entschuldigt hat. Außerdem ermutigte er sie zu juristischen Schritten. „Duterte gehört wegen dieser Aussagen vor Gericht, weil er die Ermordeten verunglimpft und Gewalttäter zu weiteren Morden ermutigt hat“, sagte Mihr.

Auf den Philippinen wurden allein im Jahr 2015 sieben Journalisten ermordet. Mindestens drei von ihnen starben wegen ihrer journalistischen Tätigkeit; in den übrigen Fällen konnte dies wegen der mangelnden Strafverfolgung solcher Taten bislang nicht geklärt werden. Auch die bis heute wohl folgenschwerste einzelne Gewalttat gegen Journalisten fand auf den Philippinen statt: Im November 2009 wurden bei einem Massaker in der Provinz Maguindanao 32 Medienschaffende ermordet. 



nach oben