Bundestag für mehr Schutz von Journalisten | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Entschließungsantrag und ROG-Aktion am 23. Juni 2017 in Berlin ICS

Bundestag für mehr Schutz von Journalisten

Am kommenden Freitag (23. Juni) will sich der Bundestag als erstes Parlament weltweit hinter die Forderung von Reporter ohne Grenzen stellen, einen Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für den Schutz von Journalisten zu berufen. Vor der Aussprache und Abstimmung über den Entschließungsantrag der Regierungsfraktionen und einen parallelen Antrag der Grünen macht Reporter ohne Grenzen am Vormittag mit einer Aktion vor dem Bundestag auf die Dringlichkeit des Themas aufmerksam. Dabei wird ein fast mannshoher sinnbildlicher Kreislauf der Straflosigkeit zu sehen sein, außerdem die Porträts verfolgter Journalisten, deren Ermordung, Entführung oder Verfolgung zum Teil seit vielen Jahren ungesühnt ist.

Am Freitag, 23. Juni, um 10:00 Uhr
Vor der Westseite des Reichtstagsgebäudes in Berlin.

Vor Ort steht ROG-Geschäftsführer Christian Mihr für O-Töne und Interviews bereit. Das ROG-Pressereferat erreichen Sie während der Aktion unter 0151-70165329.

Die Aussprache im Plenum des Bundestags über den Entschließungsantrag ist für 11:10 Uhr bis 11:55 Uhr angesetzt (TOP 31). 

Wir freuen uns, wenn Sie diesen wichtigen Beschluss zum Anlass nehmen, das Thema in Ihrer Berichterstattung aufzugreifen.

Reporter ohne Grenzen wirbt bei den Vereinten Nationen seit 2015 systematisch dafür, einen UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten zu berufen. Ziel der Kampagne ist, dass die UN-Vollversammlung einen solchen Sonderbeauftragten einsetzt und mit einem starken Mandat ausstattet. Hintergrund ist die seit vielen Jahren unverändert katastrophale Gefährdungslage für Journalisten nicht nur in Kriegsländern wie Syrien oder dem Irak, sondern auch in Staaten wie Mexiko oder den Philippinen, wo Jahr für Jahr Journalisten ermordet werden, aber nur in den seltensten Fällen die Täter oder gar ihre Auftraggeber vor Gericht kommen. 

So wurden allein in Mexiko in diesem Jahr schon sechs Journalisten ermordet. Während der Amtszeit von Präsident Enrique Peña Nieto seit Ende 2012 starben mindestens 27 Journalisten in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit. Die Straflosigkeit für solche Taten ermutigt Nachahmer und befeuert den Kreislauf der Gewalt immer wieder neu.

Gleichzeitig stagniert in vielen der betroffenen Länder der Kampf gegen solche Gewaltverbrechen. Hier setzt die ROG-Initiative für einen UN-Sonderbeauftragten an: Um mit dem nötigen politischen Gewicht auf die betreffenden Regierungen einwirken und bei Bedarf schnell handeln zu können, sollte er direkt dem UN-Generalsekretär unterstehen. Außerdem sollte er die Befugnis zu eigenständigen Untersuchungen haben, wenn Staaten nach Gewalttaten gegen Journalisten nicht selbst ermitteln. 

Dutzende Nichtregierungsorganisationen und Medienunternehmen unterstützen die Forderung nach einem UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten bereits. Auch mehrere Regierungen haben sich schon öffentlich zu ihr bekannt.



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