Lage der Pressefreiheit in Indien | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Pressegespräch am 17.09. in Berlin ICS

Lage der Pressefreiheit in Indien

Journalistin Swati Chaturvedi an ihrem Laptop.
Journalistin Swati Chaturvedi © Picture alliance/ AP photo

Reporter ohne Grenzen lädt ein zum Pressegespräch mit der bekannten indischen Journalistin Swati Chaturvedi

am Dienstag, den 17. September 2019
von 11:00 bis 12:30 Uhr
in der Potsdamer Straße 144
10783 Berlin (2.OG)

Indien gehört zu den fünf gefährlichsten Ländern für Journalistinnen und Journalisten weltweit, mindestens sechs Medienschaffende starben dort im vergangenen Jahr wegen ihrer Arbeit. Auch Polizeigewalt gegen Reporterinnen und Reporter, Übergriffe durch maoistische Guerillas und Repressalien krimineller Gruppen oder korrupter Politikerinnen und Politiker prägen die Lage der Pressefreiheit in Indien. Vor den Wahlen 2019 haben Angriffe gegen Medienschaffende durch Unterstützerinnen und Unterstützer von Premier Narendra Modi zugenommen.  

Und es gibt noch eine weitere Quelle für die Einschränkung der Pressefreiheit im Land: Hetze im Netz. Koordinierte Hasskampagnen gegen Medienschaffende bis hin zu Aufruf zum Mord sind in sozialen Netzwerken alltäglich und werden von Trollarmeen aus dem Umfeld der hindunationalistischen Regierung befeuert. Diese Kampagnen sind besonders bösartig, wenn sie sich gegen Frauen richten. Das Aufkommen einer MeToo-Bewegung in Indiens Medienlandschaft im vergangenen Jahr hat zudem viele Fälle von Belästigung und sexuellen Übergriffen gegen Reporterinnen ans Tageslicht gebracht.

Wie arbeiten Journalisten und insbesondere Journalistinnen unter diesen Bedingungen? Wie können sie sich vor den Gefahren schützen? Welche Themen sind besonders heikel? Was sollten die indischen Behörden und Vertreter der Regierung, aber auch die internationale Gemeinschaft tun, damit sich die Situation vor Ort verbessert? Diese und weitere Fragen diskutieren wir mit:

Swati Chaturvedi, freie Journalistin für Print- und Rundfunkmedien in Indien. Immer wieder wurde sie Ziel von grausamen Hetz-Kampagnen im Internet. Als Antwort auf die Anfeindungen im Netz recherchierte sie investigativ über die Trollarmee der Bharatiya Janata Partei (BJP) von Premierminister Narendra Modi. Heraus kam das Buch „I am a Troll: Inside the Secret World of the BJP’s Digital Army”. Darin beschreibt sie, wie Modis Trolle mittels Todesdrohungen und der Androhung von Gruppenvergewaltigung Journalistinnen schikanieren, die regierungskritisch berichtet haben. Seit ihren Recherchen steht Chaturvedi besonders im Visier der Trolle.
Swati Chaturvedi war eine der Preisträgerinnen, die ROG im Jahr 2018 als Journalistin des Jahres auszeichnete.

Moderation: Anne Renzenbrink, Pressereferentin bei Reporter ohne Grenzen

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Wir bitten um Anmeldung unter: event@reporter-ohne-grenzen.de

nach oben