Medien, Demokratie und die europäische Öffentlichkeit | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Kolloquium am 17.09 in Potsdam ICS

Medien, Demokratie und die europäische Öffentlichkeit

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Kai Diekmann unterhält sich mit Can Dündar © dpa

Am 17. September diskutieren über 60 Chefredakteure, Wissenschaftler und Politiker beim M100 Sanssouci Colloquium in der Orangerie in Potsdam über die Zukunft der europäischen Öffentlichkeit.

Seit 15 Jahren bietet M100 tonangebenden Journalistinnen und Journalisten sowie Schlüsselfiguren aus Wissenschaft und Politik die Gelegenheit, über aktuelle Entwicklungen in Europa und ihre Auswirkungen auf Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit zu diskutieren und mediale Strategien für die Stärkung europäischer Kernwerte zu erörtern. Reporter ohne Grenzen ist Kooperationspartner des M100 Sanssouci Colloquium.

In seinem Jubiläumsjahr blickt das M100 Sanssouci Colloquium auf den Auftakt vor 15 Jahren zurück. Bei der Konferenz „Quo Vadis Europa?“ im September 2005 waren die Journalistinnen und Journalisten noch zuversichtlich. Die Ost-Erweiterung und die Verabschiedung der Europäischen Verfassung schienen ein neues Zeitalter für die EU einzuleiten. Heute steht die Existenz des europäischen Projekts auf dem Spiel. Europafeindliche Stimmen in ganz Europa werden immer stärker, europäische Werte in Frage gestellt. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass der öffentliche Diskurs in und über Europa den vollendeten Tatsachen europäischer Integration hinterherhinkt.

„From Pipedream to Reality - Media, Democracy & the European Public Sphere“ lautet daher der Titel des M100 Sanssouci Colloquium, das sich mit der Zukunft der europäischen Öffentlichkeit beschäftigt. Im bewährten Zusammenspiel aus wissenschaftlichem Vordenken und Praxisperspektive und unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen wie Europawahl, Brexit und Digitalisierung im Journalismus wird eruiert, wie es um den „Kommunikationsraum Europa“ qualitativ bestellt ist und welche konkreten Handlungsoptionen möglich sind.

An den einzigartigen M100 Round-Table-Diskussionen werden über 60 Chefredakteure, Wissenschaftler und Politiker teilnehmen, u.a.: Dr. Alexandra Borchardt (Direktorin für Strategische Entwicklung, Reuters Institute), Stephan-Andreas Casdorff (Herausgeber, Der Tagesspiegel), Nikos Chrysoloras (Büroleiter Brüssel, Bloomberg News), Kai Diekmann (Gründer, storymachine und DFG), Can Dündar (Chefredakteur, Özgürüz), Sven Gösmann (Chefredakteur, dpa), Espen Egil Hansen (Chefredakteur, Aftenposten), Tanit Koch (Geschäftsführerin, ntv),  Martin Kotynek (Chefredakteur, DER STANDARD), Dr. Stefan Leifert (Brüssel-Korrespondent, zdf), Rasa Lukaityte-Vnarauskiene (Chefredakteurin, DELFI), Christian Mihr (Geschäftsführer, ROG), Almut Möller (Leiterin, ECFR Berlin), Mathias Müller von Blumencron (Chefredakteur, Der Tagesspiegel),  Niklaus Nuspliger (Brüssel-Korrespondent, NZZ), Natalie Nougayrède (Kolumnistin, The Guardian), Bruno Patino (Direktor Fernsehen, ARTE France TV), Christian Rainer (Chefredakteur, profil), Dagmar Rosenfeld (Chefredakteurin, DIEWELT), Stephan Scherzer (Hauptgeschäftsführer, VDZ), Dr. Wolfgang Schüssel (Präsident, United Europe e.V.), Prof. Claes de Vreese (Professor für Politische Kommunikation, The Amsterdam School of Communication Research), Mary Wilkinson (Redaktionsleitung, BBC) und viele weitere (zur Teilnehmerliste).

Die Konferenz endet mit der feierlichen Verleihung des M100 Media Awards an eine Persönlichkeit, die sich um den Schutz der freien Meinungsäußerung und demokratische Werte verdient gemacht hat. Bisherige Preisträger sind u.a. Lord Norman Foster, Dr. Bernard Kouchner, Bob Geldof, Ingrid Betancourt, Hans-Dietrich Genscher, Kurt Westergaard, Charlie Hebdo, Roberto Saviano, Natalja Sindejewa und Deniz Yücel. Der diesjährige Preisträger wird zeitnah bekannt gegeben (zur Preisträgerliste).  

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