Medien, Demokratie und die europäische Öffentlichkeit | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Kolloquium am 17.09.2019 in Potsdam ICS

Medien, Demokratie und die europäische Öffentlichkeit

© dpa
Kai Diekmann unterhält sich mit Can Dündar bei der Konferenz 2016 © dpa

Über 60 tonangebende Journalistinnen und Journalisten sowie Schlüsselfiguren aus Wissenschaft und Politik diskutieren bei der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium über die Zukunft der europäischen Öffentlichkeit. Die Soziologin Prof. Saskia Sassen und der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke werden die Konferenz eröffnen. Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble hält die politische Hauptrede. Reporter ohne Grenzen ist Partner der Veranstaltung.

Am Dienstag, 17. September ab 9:00 Uhr
Orangerie, an der Orangerie 3-5, Park Sanssouci,
14469 Potsdam

Europa zeigt sich im Jahr 2019 von vielseitigen Krisen durch den Aufstieg illiberaler Kräfte sowie politische und wirtschaftliche Instabilität geschwächt. Gleichzeitig sind die Mitgliedsstaaten in zentralen Fragen, von der Flüchtlingspolitik, über den Umgang mit der Klimakrise bis zur Zukunft der EU, uneins, konzeptlos und zerstritten. Am 17. September widmet sich M100 daher schwerpunktmäßig Ursachen und Auswegen aus der europäischen Verständigungskrise und der Rolle der Medien.

Die preisgekrönte Soziologin und Globalisierungstheoretikerin Prof. Saskia Sassen wird den Medienmachern bei M100 in ihrer Eröffnungsrede eine alternative Perspektive auf aktuelle Herausforderungen der EU eröffnen: Seit über 30 Jahren untersucht sie die Logik und Struktur verschiedener Krisen. Dabei ist sie bekannt für ihre kontraintuitiven Analysen, die etablierte Wahrheiten durchbrechen. Sassens Methode ist es, Unsichtbares sichtbar zu machen, indem sie Machtstrukturen und Geografie zusammendenkt.

Sie ist Robert S. Lynd Professorin für Soziologie an der Columbia University und Mitglied des Committee on Global Thought, das sie von 2009 bis 2015 leitete. Sie studiert Städte, Migration und Staaten in der Weltwirtschaft, wobei Ungleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und Digitalisierung drei wesentliche Forschungsschwerpunkte ihrer Arbeit umfassen. Sie ist Autorin von acht Büchern und Herausgeberin oder Mitherausgeberin von drei Büchern.

Ministerpräsident Dietmar Woidke betont im Jubiläumsjahr des M100 Sanssouci Colloquium die Relevanz von M100: „Seit 15 Jahren bringt M100 europäische Medien zusammen. Ich freue mich, dass diese wichtige Konferenz im Land Brandenburg stattfindet - und das in Zeiten, in denen die Meinungs- und Pressefreiheit weltweit immer stärker in Bedrängnis gerät. Unser gemeinsamer Einsatz für kritischen, unabhängigen Qualitätsjournalismus ist eine zentrale Frage im Kampf für die Demokratie. Dafür ist M100 eine wichtige Plattform.“

An den M100 Round-Table-Diskussionen werden über 60 Chefredakteure, Wissenschaftler und Politiker teilnehmen, u.a.: Beata Balogova (Chefredakteurin, SME), Agron Bajrami (Chefredakteur, Koha Ditore),Dr. Alexandra Borchardt (Senior Research Assistant, Reuters Institute), Dr. Francesca Bria (Chief Technology and Digital Innovation Officer Barcelona), Stephan-Andreas Casdorff (Herausgeber, Der Tagesspiegel), Nikos Chrysoloras (Büroleiter Brüssel, Bloomberg News), Kai Diekmann (Gründer, storymachine und DFG), Gergely Dudás (Chefredakteur, Index.hu), Sven Gösmann (Chefredakteur, dpa), Espen Egil Hansen (Chefredakteur, Aftenposten), Tanit Koch (Geschäftsführerin, ntv), Martin Kotynek (Chefredakteur, Der Standard), Lukasz Lipinski (Stv. Chefredakteur, Polityka weekly), Rasa Lukaityte-Vnarauskiene (Chefredakteurin, Delfi), Christian Mihr (Geschäftsführer, RoG), Almut Möller (Leiterin, ECFR Berlin), Mathias Müller von Blumencron (Chefredakteur, Der Tagesspiegel), Prof. Kalypso Nicolaïdis (Universität Oxford), Niklaus Nuspliger (Brüssel-Korrespondent, NZZ), Natalie Nougayrède (Kolumnistin, The Guardian), Dr. Leonard Novy (Kodirektor, IfM), Dr. Bruno Patino (Direktor Fernsehen, ARTE France TV), Dr. Christian Rainer (Chefredakteur, profil), Dagmar Rosenfeld (Chefredakteurin, Die Welt), Stephan Scherzer (Hauptgeschäftsführer, VDZ), Dr. Veselin Vačkov (Direktor, Lidové Noviny), Prof. Claes de Vreese (Universität Amsterdam), Mary Wilkinson (Redaktionsleitung, BBC) und viele weitere.

Die Konferenz endet mit der Verleihung des M100 Media Award an eine Persönlichkeit, die sich um den Schutz der freien Meinungsäußerung und demokratische Werte verdient gemacht hat. Bisherige Preisträger sind u.a. Lord Norman Foster, Dr. Bernard Kouchner, Bob Geldof, Ingrid Betancourt, Hans-Dietrich Genscher, Kurt Westergaard, Charlie Hebdo, Roberto Saviano, Natalja Sindejewa und Deniz Yücel. Der diesjährige Preisträger wird zeitnah bekannt gegeben.

Im Vorfeld der Konferenz und der Preisverleihung veranstaltet M100 außerdem den M100 Young European Journalists Workshop. 25 junge Journalistinnen und Journalisten aus Europa, den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland werden zu einem intensiven 9-tägigen Training zum Thema „Reading in the Digital Age – Innovative Journalism“ nach Potsdam und Berlin eingeladen. Zum Abschluss nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops am M100 Sanssouci Colloquium teil.

M100 ist eine Initiative von Potsdam Media International e.V. und wird von der Stadt Potsdam hauptfinanziert. Weitere Förderer sind das Auswärtige Amt, medienboard Berlin-Brandenburg, das Bundespresseamt, die Friedrich Naumann Stiftung und National Endowment for Democracy. Partner ist United Europe e.V. und Kooperationspartner sind die Stiftung Preussische Schlösser und Gärten, Reporter ohne Grenzen (RoG) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ)

nach oben