Aktion/Bildtermin am 25. Juni in Berlin ICS

RSF-Protest vor der chinesischen Botschaft

© picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Kin Cheung

Die 1995 gegründete Zeitung Apple Daily war ein Symbol der Pressefreiheit in Hongkong und eines der letzten großen chinesischsprachigen Medien, die es noch wagten, Informationen und Leitartikel zu veröffentlichen, die der Propaganda des Regimes in Peking widersprachen und dessen autoritäre Politik kritisierten. Heute erschien die letzte Ausgabe.

In der vergangenen Woche durchsuchten rund 500 Polizistinnen und Polizisten den Hauptsitz des Mediums und beschlagnahmten Computer. Fünf hochrangige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden festgenommen und Vermögenswerte der Zeitung in Höhe von umgerechnet rund zwei Millionen Euro eingefroren. Apple-Daily-Gründer Jimmy Lai ist bereits seit Dezember 2020 in Haft. Gegen den 73-Jährigen laufen mehrere Verfahren, zuletzt wurde er Ende Mai zu weiteren 14 Monaten Haft verurteilt, womit sich seine Haftstrafe auf insgesamt 20 Monate erhöht. Lai sowie weiteren Aktivistinnen und Aktivisten wurden die Teilnahme an und Anstiftung zu nicht autorisierten Protesten im Oktober 2019 zur Last gelegt.

Das Vorgehen gegen die Apple Daily sendet eine abschreckende Botschaft an Journalistinnen und Journalisten weltweit, die sich weigern, die Propaganda des Regimes in Peking zu verbreiten. Wenn die internationale Gemeinschaft nicht mit größter Entschlossenheit reagiert, wird das Präsident Xi Jinping zeigen, dass er die Pressefreiheit in Hongkong völlig ungestraft auslöschen kann, so wie er es bereits in Festlandchina fast geschafft hat.

Reporter ohne Grenzen wird mit einer bildstarken Aktion vor der chinesischen Botschaft in Berlin ein Zeichen für die Pressefreiheit in Hongkong setzen, wo vor allem das 2020 von Peking verabschiedete „Sicherheitsgesetz“ eine Bedrohung für Medienschaffende ist.

Wann: am Freitag, 25. Juni 2021 um 10:00 Uhr

Wo: vor der chinesischen Botschaft (Brückenstraße 10, 10179 Berlin)

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Hongkong, einst eine Bastion der Pressefreiheit, mittlerweile auf Platz 80 von 180 Staaten. Bei der Einführung der Rangliste im Jahr 2002 stand die chinesische Sonderverwaltungszone noch auf Platz 18 von damals 139 bewerteten Ländern. China rangiert auf Platz 177.



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