Iran 10.07.2007

4 Jahre nach Tod Zarah Kazemis in Haft Hoffnung auf neue Untersuchung

Vor vier Jahren starb die iranisch-kanadische Fotografin Zarah Kazemi im Teheraner Evin-Gefängnis. Zuvor war sie schwer misshandelt worden. Reporter ohne Grenzen (ROG) hofft nun auf eine neue Untersuchung des Falls. Am 2. Juli haben die Anwälte der Familie Kazemi einen Antrag auf Berufung gestellt; der Oberste Gerichtshof in Teheran muss diese Woche darüber entscheiden.

„Wir sehen die Berufung als letzte Chance, Licht in das Dunkel zu bringen, das noch immer rund um den Tod von Zarah Kazemi herrscht“, so ROG. „Wir unterstützen den Antrag der Anwälte, den Fall unabhängig und objektiv zu untersuchen. Dabei muss alles berücksichtigt werden, was vom Zeitpunkt der Verhaftung Kazemis bis zu ihrem Tod geschah.“

Die Aufklärung des Falles wurde an vielen Stellen massiv behindert. Ranghohe Beamte sollen in den Tod Kazemis verwickelt gewesen sein. Die Anwälte der Familie Kazemi wiesen bei der Anhörung am 2. Juli auf die Internationalität des Falles hin. Wenn das Gericht diese Argumentation gelten lässt, müsste es eine neue Untersuchung anberaumen.

Die damals 54-jährige Kazemi wurde am 23. Juni 2003 vor dem Evin-Gefängnis nördlich von Teheran festgenommen, als sie Angehörige von Gefängnis-Insassen fotografierte. Am 10. Juli 2003 starb sie an Gehirnblutungen, die sie offensichtlich infolge von Schlägen erlitten hatte.

Die Behörden sagten zunächst, dass ihr Tod auf einen unglücklichen Sturz zurück zuführen sei. Als sich aber nach und nach herausstellte, dass sie während der Verhöre geschlagen wurde, machte die Staatsanwaltschaft den Geheimdienst-Offizier Reza Aghdam Ahmadi für den Tod Kazemis verantwortlich.

Ein Gericht sprach Ahmadi im Juli 2004 frei. Im November 2005 wurde der Freispruch von einem Berufungsgericht bestätigt, das eine Wiedereröffnung des Falles forderte.

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Katrin Evers
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