Palästinensische Gebiete 07.01.2007

AFP-Fotograf frei

Der peruanische Fotograf Jaime Razuri von der Nachrichtenagentur AFP ist gestern in Gaza-Stadt freigelassen worden. Vier bewaffnete Männer kidnappten Jaime Razuri am 1. Januar vor dem AFP-Gebäude, als er von einer Recherche zurückkehrte. Er war in Begleitung seines Übersetzers.

„Wir sind sehr erleichtert. Doch nun müssen die Täter gefasst und bestraft werden“, forderte Reporter ohne Grenzen. „Nur so ist es möglich, die Serie der Entführungen im Gazastreifen zu beenden.“

Im vergangenen Jahr wurden sechs ausländische Journalisten im Gazastreifen entführt. „Bisher wurde keiner der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen. Diese Straflosigkeit birgt eine ernsthafte Gefahr für andere Journalisten, Opfer von Entführungen zu werden“, fügt die Organisation für Pressefreiheit hinzu.

Präsident Mahmoud Abbas empfing Jaime Razuri Kurz nach dessen Freilassung. Zudem wurde eine Pressekonferenz im Büro des Präsidenten abgehalten. Die Identität der Kidnapper ist noch unbekannt.

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Meldung vom 1.1.2007 AFP-Fotograf im Gazastreifen entführt
Im Gazastreifen ist am Montag ein Fotograf der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) entführt worden. Vier unmaskierte Männer kidnappten Jaime Razuri vor dem AFP-Gebäude im Zentrum von Gaza Stadt. Der 50jährige Journalist mit peruanischer Staatsangehörigkeit kehrte von einer Recherche zurück und war in Begleitung seines Übersetzers.

“Die aktuelle Situation im Gazastreifen ist schwierig“, so Reporter ohne Grenzen. „Doch es kann nicht geduldet werden, dass die Regierung und der Präsident keinerlei Maßnahmen ergreifen, um die Entführungen von Journalisten, die immerhin als Zivilpersonen gelten, zu verhindern. Besonders da in den meisten Fällen die Täter bekannt sind.” Es müsse alles getan werden, um die Freilassung Razuris zu bewirken.

Als Reporter ohne Grenzen im Dezember in den Gazastreifen reiste, versprachen die Palästinensergruppen und die Behörden alles zu tun, um weitere Entführungen zu verhindern. Nach dem Besuch veröffentlichte Reporter ohne Grenzen einen Bericht über die Gefahren, denen Palästinenser und ausländische Journalisten im Gazastreifen ausgesetzt sind.

So fühlen sich Medienmitarbeiter nicht länger sicher im Gazastreifen. „Nicht nur weil sie Angst haben, vom israelischen Militär erschossen zu werden, sondern auch die Angst vor Festnahmen und Entführungen wächst. Sowohl die Hamas als auch die Fatah sind an den Angriffen auf Medien und Journalisten beteiligt.”

Im Jahr 2006 wurden sechs ausländische Journalisten im Gazastreifen entführt. Die meisten von ihnen wurden schnell wieder freigelassen. Zwei amerikanische Journalisten des Fernsehsenders „Fox News“ allerdings wurden für zwei Wochen festgehalten.


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