Alles unter Kontrolle? Internetzensur und Überwachung in Russland | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Podiumsdiskussion am 28.11.2019 in Berlin ICS

Alles unter Kontrolle? Internetzensur und Überwachung in Russland

Putins Website auf einem Handy
©picture alliance/dpa

Am 1. November ist in Russland das Gesetz über ein abgekoppeltes Internet in Kraft getreten. Es markiert eine neue Stufe beim Versuch der Behörden, das Internet zentral zu kontrollieren und kritische Diskussionen online zu unterdrücken. Seit den Massenprotesten gegen Präsident Putin 2011/12 wurde eine Vielzahl von Gesetzen verabschiedet, die Inhalte verbieten, die Überwachung des Datenverkehrs verstärken und anonyme Kommunikation unmöglich machen sollen.

Reporter ohne Grenzen dokumentiert in einem neuen Länderbericht die Entwicklung in Russland seit 2012. Länderreferentin Ulrike Gruska zeigt darin, wie zunächst Eigentümerwechsel und die Entlassung von Journalistinnen und Journalisten Nachrichtenredaktionen und traditionelle Medien unter Druck setzten. Der Bericht beschreibt, wie sich online alternative Portale etablierten; aber auch, wie die Behörden einzelne Nutzerinnen und Nutzer mit willkürlich verhängten Gefängnisstrafen einschüchtern. Er geht auf die Rolle internationaler Plattformen wie Google, Twitter und Facebook in dem autokratisch regierten Land ein und zeigt, wie die russische Regierung versucht, die vollständige Kontrolle über die digitale Kommunikation und Datenströme im Internet zu gewinnen.

Unter welchen Bedingungen arbeiten Online-Journalistinnen und -Journalisten heute in Russland? Was hat sich in den vergangenen Jahren verändert? Lässt sich das einst freie Internet in Russland kontrollieren wie in China? Ist der Staat technisch in der Lage, Kommunikation tatsächlich lückenlos zu überwachen? Lässt sich das russische Internet ohne Weiteres vom weltweiten Netz trennen? Was können internationale Plattformen den Forderungen einer immer repressiveren Regierung entgegensetzen? Diese und andere Fragen wollen wir aus verschiedenen Perspektiven – politisch, journalistisch und technisch – erörtern.

Wann: am 28.11.2019 um 19:00 Uhr

Wo: Potsdamer Str. 144, 10783 Berlin | 2.OG

Einführung: Ulrike Gruska, ROG-Pressereferentin und Autorin des Russland-Berichts 

Podiumsgäste:

Irina Malkowa, Investigativ-Jounalistin und Chefredakteurin von The Bell
Grigori Ochotin, Journalist und Mitbegründer von OVD-Info
Klaus Landefeld, Experte für Vorratsdatenspeicherung, Telekommunikationsüberwachung und IT-Sicherheit

Moderation: Gemma Pörzgen, Vorstandsmitglied Reporter ohne Grenzen

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Russisch statt und wird konsekutiv übersetzt.

Wir bitten um Anmeldung unter event@reporter-ohne-grenzen.de.



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