Podiumsgespräch am 18. Dezember 2014 in Berlin

Als Journalistin in Afghanistan

Wie gefährlich ist der Abzug der NATO-Truppen für Journalisten in Afghanistan? Podiumsgespräch mit der Journalistin Farida Nekzad am Donnerstag, 18. Dezember 2014 um 19 Uhr

in PallasT
Pallasstr. 35, 10781 Berlin 

Bis Ende dieses Jahres werden sowohl die USA als auch Deutschland den Großteil ihrer Soldaten aus Afghanistan abziehen. Diese Entwicklung könnte den Taliban weiter Auftrieb geben. Es ist zu befürchten, dass die Taliban die jüngst errungenen Freiheiten wieder zurückdrängen und Journalisten landesweit behindern, bedrohen und angreifen. 

Seit dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 hat sich eine vielfältige Medienlandschaft in dem Land entwickelt. Neben Zeitungen und Zeitschriften gibt es mittlerweile mehr als 60 Fernsehkanäle und rund 170 Radiosender. Doch schon jetzt werden Journalisten in vielen Landesteilen bedroht und angegriffen. Allein in diesem Jahr sind drei Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit ums Leben gekommen. 

Besonders Journalistinnen haben es schwer, vor allem, wenn sie sich als Gesicht oder Stimme eines Senders exponieren. Sie müssen mit Verstümmelung und Vergewaltigung rechnen und sogar damit, von der eigenen Familie umgebracht zu werden, wenn die Verwandten nicht akzeptieren, dass die Frauen überhaupt arbeiten. ROG unterstützt im Rahmen seiner Nothilfearbeit mehrere Journalisten aus Afghanistan, unter anderem Scharmila Haschimi. Sie arbeitete bis zu ihrer Flucht im Jahr 2013 als Journalistin und Trainerin in einem Ausbildungszentrum in Herat. 

Wie können Frauen in Afghanistan überhaupt journalistisch tätig werden? Mit welchen Verschärfungen müssen Journalisten nach dem Abzug der NATO-Truppen zu rechnen? Und welche Rolle könnten die afghanischen Sicherheitsbehörden künftig spielen? 

Farida Nekzad hat 15 Jahre lang als Journalistin in ihrer Heimat Afghanistan gearbeitet. Sie war für nationale und internationale Medien tätig,  sie rief mehrere Radiosender ins Leben und bildete mehr als 2000 junge Afghanen zu Reportern und Redakteuren aus. 2009 gründete sie mit ihrem Ehemann die Nachrichtenagentur Wakht. Nekzad wurde mehrfach angegriffen und bedroht und entkam nur knapp einer Entführung und einem Raketeneinschlag. Seit Juni 2014 lebt sie auf Vorschlag von ROG als Stipendiatin der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte mit ihrer Tochter in Hamburg.

Moderation: SILKE BALLWEG, ROG-Pressereferentin

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Farsi statt.
Farida Nekzad steht auch für Interviews zur Verfügung.

Bitte melden Sie sich an unter rog@reporter-ohne-grenzen.de.

Veranstalter: Reporter ohne Grenzen, Friedenszentrum Martin Niemöller Haus, Fachverband Soziale Dienste für junge Flüchtlinge, Stadtteilverein Schöneberg und Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte.



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