China 10.06.2011

Behörden üben massiven Druck auf Bloggerin und Ehefrau von Hu Jia aus

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Repressionen der chinesischen Behörden gegen die Ehefrau des inhaftierten Regimekritikers Hu Jia, Zeng Jinyan.

Nach einer von Zeng am 8.Juni 2011 über den Kurznachrichtendienst Twitter versandten Information setzen die Behörden nun den Vermieter der Menschenrechtsaktivistin unter Druck: Er wurde aufgefordert, den Mietvertrag zu kündigen. Zeng befürchtet, dass sie und ihre dreijährige Tochter damit aus der Wohnung in der südchinesischen Stadt Shenzen vertrieben werden.

Erst im April war sie dorthin gezogen. Ihre vorherige Wohnung in Peking verließ sie, um einem möglichen Hausarrest zu entgehen. Eine solche Form der Freiheitsberaubung droht dort, nach der für den 26. Juni angekündigten Freilassung ihres Mannes verhängt zu werden. Schon zuvor stand die Aktivistin in der Hauptstadt unter ständiger Überwachung der Polizei.

Seit der Festnahme von Hu Jia im Jahr 2007 steht Zeng unter strenger Überwachung und wurde zudem körperlich bedroht. Ihr Mann wurde im April 2008 zu dreieinhalb Jahren Gefängnis und einem Jahr Entzug der Bürgerrechte wegen „Anstiftung zum Umsturz“ verurteilt. Seitdem sitzt er im Hubai-Gefängnis in Tiajin, wo er unter unmenschlichen Haftbedingungen festgehalten wird.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele veröffentliche der Internetdissident zusammen mit seiner Frau Artikel über die eingeschränkte Pressefreiheit und die kritische Lage der Menschrechte in China. 2007 erhielten sie dafür den ROG-Menschenrechtspreis. Zudem  wurde Hu Jia für seine Arbeit mit dem „Sacharow-Preis für geistige Freiheit“ des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.

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