Irak 14.04.2008

Britischer Journalist nach über zwei Monaten Geiselhaft frei

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist erleichtert über die heutige Befreiung des britischen Journalisten Richard Butler, der für den amerikanischen Fernsehsender CBS News arbeitet. Butler war am 10. Februar im südirakischen Basra zusammen mit seinem Übersetzer verschleppt worden. Dieser kam bereits am 13. Februar wieder frei.

„Wir sind sehr froh, dass Butler frei und gesund ist“, so ROG. „Denn fünf Jahre nach Kriegsbeginn bleibt der Irak für Journalisten extrem gefährlich. Wir denken besonders an die 14 Medienleute, die derzeit noch verschleppt sind und über deren Schicksal wir nichts wissen.“

Irakische Sicherheitskräfte fanden Richard Butler während einer militärischen Großoffensive in der Region Basra mit verbundenen Augen und gefesselten Händen. Es ist nicht bekannt, ob die irakische Armee auf seinen Aufenthaltsort hingewiesen wurde. Ein irakischer Offizieller meldete die Festnahme der mutmaßlichen Geiselnehmer.

Richard Butler und sein Übersetzer waren am 10. Februar 2008 früh morgens vor ihrem Hotel in Basra von bewaffneten Männern entführt wurden. Mitglieder der schiitischen Bewegung von Moqtada Sadr hatten umgehend Druck auf die Kidnapper ausgeübt, die den Übersetzer drei Tage später frei ließen.

Seit Jahresbeginn sind drei Medienleute im Irak entführt worden. Einer von ihnen – Haidar Jijwit Hamdane – wurde tot in Bagdad aufgefunden. Insgesamt wurden 87 Journalisten und Mitarbeiter während der letzten fünf Jahre im Irak entführt.

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