China 07.07.2009

Chinesische Regierung geht massiv gegen Online-Medien in der Unruheprovinz Xinjiang vor

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt, dass die chinesische Regierung während der Unruhen massiv gegen Online-Medien vorgeht. Nach Informationen von ROG wurden in den vergangenen Tagen mehr als 50 uigurische Internetforen geschlossen. Die Webseiten von Twitter, Youtube, Tianshannet und anderen Plattformen sind in der westchinesischen Provinz Xinjiang nicht mehr zugänglich. Die Regierung in Peking hatte die Kontrolle über die Medien verschärft, nachdem in der Provinzhauptstadt Urumqi mehr als hundert Demonstranten getötet wurden.
 
"Urumqi ist derzeit vom Rest der Welt abgeschnitten", so ROG. "Wieder einmal hat die chinesische Regierung es vorgezogen, die Kommunikationsmöglichkeiten zu unterbrechen, anstatt einen freien Informationsfluss zu gewährleisten. Wir verurteilen dieses Vorgehen. Sie sind eine ernsthafte Verletzung des Rechtes der Uiguren auf Meinungsfreiheit und ein inakzeptabler Akt der Diskriminierung."

Der Generalsekretär des uigurischen P.E.N.-Zentrums, Kaiser Adurusul, sagte: "Alle führenden Medien werden vom Staat kontrolliert, und nur die unabhängigen privaten Nachrichtenquellen sind blockiert. Wir haben im Moment keine Möglichkeit, Internetforen zu benutzen. Deshalb ist es schwierig, eingehende Informationen zu überprüfen."

Die Medien in Xinjiang unterliegen strenger staatlicher Kontrolle. Mindestens drei Journalisten aus der Provinz befinden sich momentan in Haft, einer von ihnen, weil er ein Gedicht über die uigurische Kultur geschrieben hatte. Ausländischen Journalisten ist es zwar erlaubt, in die Provinz zu reisen. Allerdings werden sie dabei von den chinesischen Behörden beschattet. Das uigurische Programm von Radio Free Europe kann von China aus nicht empfangen werden.

Die staatlichen chinesischen Medien haben zwar über die Unruhen berichtet, die Motive des Aufstandes blieben jedoch in der Berichterstattung unberücksichtigt.


Weitere Informationen:
Anja Viohl
Tel.: 030 615 85 85

nach oben