Mahnwache am 02.10.2020 in Berlin ICS

Gerechtigkeit für Jamal Khashoggi

Vor einem Wandbild von Jamal Khashoggi steht eine Polizistin
© picture alliance / AP Photo

Zum zweiten Jahrestag des Mordes an dem saudi-arabischen Exil-Journalisten Jamal Khashoggi ruft Reporter ohne Grenzen zu einer Mahnwache in Berlin auf:

Wann: Freitag, 2. Oktober 2020 um 13:00 Uhr

Wo: vor der Botschaft des Königreichs Saudi-Arabien, Tiergartenstraße 33, 10785 Berlin.

Für die Teilnahme an der Mahnwache gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln.

Fragwürdige Urteile, Hintergründe ungeklärt

Khashoggi, der zuletzt als Kolumnist für die Washington Post gearbeitet hatte, wurde am 2. Oktober 2018 im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul ermordet. Reporter ohne Grenzen hat von Anfang an eine umfassende Aufklärung dieses Verbrechens einschließlich seiner politischen Hintergründe gefordert, doch diese wird von Saudi-Arabien bis heute verweigert.

Die saudi-arabische Justiz hat wegen des Khashoggi-Mordes acht namentlich nicht bekannte Männer zu Haftstrafen zwischen sieben Jahren und zwanzig Jahren verurteilt. Allerdings fand sowohl der ursprüngliche Prozess als auch das Berufungsverfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. In beiden Instanzen urteilte die Justiz, dass es sich nicht um einen geplanten Mord gehandelt habe.

Dabei lassen die zahlreichen bekannten Indizien und Geheimdienstinformationen zu dem Verbrechen kaum Zweifel daran zu, dass es sich um eine von sehr hoher Stelle angeordnete Kommandoaktion Saudi-Arabiens handelte. Unter anderem kam eine Untersuchung der UN-Sonderberichterstatterin zu außergerichtlichen Hinrichtungen zu dem Ergebnis, dass die Indizien für eine Verwicklung der saudi-arabischen Führung einschließlich des De-facto-Herrschers Kronprinz Mohammed bin Salman ausreichten, um weitere Ermittlungen zu rechtfertigen.

20 Männer in der Türkei angeklagt

Im Juli hat in der Türkei ein eigener Prozess zu dem Mord begonnen. Angesichts von Saudi-Arabiens Blockadehaltung ruhen die Hoffnungen für eine Aufklärung der Hintergründe nun ungeachtet aller Unzulänglichkeiten der türkischen Justiz auf diesem Verfahren. Konkret wirft die Anklage 20 saudi-arabischen Staatsbürgern in Abwesenheit vor, an dem Mord beteiligt gewesen zu sein. Den früheren Vize-Geheimdienstchef Saudi-Arabiens sowie den ehemaligen engen Medienberater von Kronprinz Mohammed bin Salman, Saud al-Kahtani, beschuldigt die Istanbuler Staatsanwaltschaft der Anstiftung zum Mord an Khashoggi.

Saudi-Arabien gehört zu den Ländern, in denen es weltweit am schlechtesten um die Pressefreiheit steht: Derzeit sitzen dort mindestens 33 Medienschaffende wegen ihrer journalistischen Arbeit im Gefängnis. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht es auf Platz 170 von 180 Ländern.

Die Veranstaltung sowie Hinweise wie Sie digital an der Mahnwache teilnehmen können, finden Sie auch hier auf unserem Facebook-Kanal.

 



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