Mexiko 15.10.2008

Direktor einer mexikanischen Tageszeitung erschossen

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Entführung und Ermordung des Journalisten Miguel Angel Villa Gómez Valle am 10. Oktober. Er leitete die private Tageszeitung Noticias de Michoacán. Die Leiche des Journalisten wurde zwölf Stunden nach dessen Verschwinden auf einer Müllhalde gefunden.

 

ROG ist schockiert über die Serie von Entführungen und Exekutionen von Journalisten in Mexiko. Besonders gefährdet sind Journalisten in Bundesstaaten, in denen organisierte Kriminalität stark verbreitet ist. „Der Mord an Miguel Angel Villa Gómez Valle muss bestraft werden. Die auf Bundesebene angesiedelte Sonderabteilung der Staatsanwaltschaft, zuständig für Verbrechen gegen Journalisten, sollte sofort die Ermittlungen übernehmen“, fordert ROG.

 

Die mexikanische Polizei hat die Leiche von Villa Gómez Valle am 10. Oktober vormittags auf einer Mülldeponie gefunden, rund 50 Kilometer von der Stadt Lázaro Cárdenas entfernt, im Bundesstaat Michoacán im Süd-Osten des Landes. Mit zwei Kopf- und Bauchschüssen , wurde der Journalist getötet.

 

Die Angehörigen von Villa Gómez Valle bestätigten, dass der Journalist sein Büro in Lázaro Cárdenas am 9. Oktober gegen 22 Uhr verlassen hatte, um nach Hause zu gehen. Er hatte keine Andeutungen über Drohungen gemacht. Das regionale Boulevard-Blatt Noticias de Michoacán berichtet regelmäßig über Korruption, organisierte Kriminalität und Drogenhandel.

 

Immer wieder werden Journalisten in der Region Michoacán entführt, ermordet oder sie verschwinden. Seit März 2006 sind neben Villa Gómez Valle ein weiterer Journalist und ein Fotograf getötet worden, zwei weitere Journalisten wurden als vermisst gemeldet:

 

Ermordet:
- Gerardo Israel García Pimentel, Journalist bei der Tageszeitung La Opinión de Michoacán wurde am 8. Dezember 2007 in Uruapan erschossen.
- Jaime Arturo Olvera Bravo, freier Fotograf und ehemaliger Korrespondent der Tageszeitung La Voz de Michoacán wurde am 9. März 2006 in La Piedad getötet.

 

Vermisst:
- Mauricio Estrada Zamora von der Tageszeitung La Opinión de Abatzingán ist seit dem 12. Februar 2008 verschwunden.
- José Antonio García Apac, Chef des Wochenblatts Ecos de la Cuenca wurde das letzte Mal am 20. November 2006 in der Nähe von Tepalcatepec gesehen, auf dem Heimweg nach Morelia.



Mexiko ist nach wie vor das für Medienarbeiter gefährlichste Land auf dem Kontinent. Im vergangenen Jahr wurden acht Journalisten getötet. Mexiko ist zudem weltweit das Land mit der größten Zahl verschwundener Journalisten.

 

Ansprechpartnerin:
Anja Viohl
Reporter ohne Grenzen
Fon: +49 (0) 30 615 85 85


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