Honduras 19.07.2011

Dritter Journalist seit Jahresbeginn ermordet

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über den Mord an Nery Jeremías Orellana, Leiter des kommunalen Senders Radio Joconguera. Der 26-Jährige wurde am 14. Juli in der Stadt Candelaria, in der Provinz Lempira im Westen des Landes, erschossen. Er ist der dritte Journalist, der seit Jahresbeginn in dem mittelamerikanischen Land ermordet wurde. Seit 2010 sind insgesamt 12 Medienschaffende getötet worden. Bislang wurde keiner der Fälle aufgeklärt.

Der junge Journalist fuhr am Morgen mit seinem Motorrad zu einem Treffen kommunaler Radiosender, als Unbekannte auf ihn feuerten. Laut Angaben der honduranischen Organisation Comité por la Libre Expresión (C-Libre) trafen ihn die tödlichen Schüsse mehrmals in den Kopf. Orellana erlag nur wenige Stunden nach dem Anschlag seinen Verletzungen in einem Krankenhaus in der Stadt Sensutepeque in El-Salvador.

ROG fordert zügige Ermittlungen. Die Prüfung eines möglichen Zusammenhangs zwischen der Tat und der journalistischen Arbeit sowie politischen Aktivitäten des Opfers sollte an erster Stelle bei den polizeilichen Untersuchungen stehen, so die Menschenrechtsorganisation. Orellana war unter anderem Mitglied der „Frente Nacional de Resistencia“ (FRNP) – „Nationale Front des Volkswiderstands“. Sein Sender Radio Jocunguera berichtete regelmäßig über Menschenrechtsverletzungen gegen Angehörige lokaler Gemeinschaften.

ROG kritisiert den Stillstand bei der Lage der Menschenrechte in Honduras: Die Wiederaufnahme des Landes in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) Anfang Juni hat bislang zu keinen Fortschritten im Kampf gegen die Straffreiheit für Verbrechen gegen Journalisten sowie zu einer größeren Medienvielfalt geführt.

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