China 06.08.2007

Ein Jahr vor Beginn der Olympiade prangert ROG in Peking mangelnde Meinungsfreiheit an

ROG in Peking

Reporter ohne Grenzen hat heute in Peking eine ungenehmigte Pressekonferenz vor dem Gebäude des Pekinger Komitees für die Olympischen Spiele abgehalten. Gekleidet in T-Shirts, die die Olympischen Ringe als Handschellen zeigen, rief ROG die chinesischen Behörden auf, die etwa 100 derzeit in China inhaftierten Journalisten, Internet-Dissidenten und Verfechter der Meinungsfreiheit freizulassen.

„Die chinesischen Behörden haben die Spiele in Geiselhaft genommen“, sagte Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen. „Der offizielle Slogan ‚Eine Welt, ein Traum’ klingt zunehmend hohl. Peking hat seine Versprechen, die Menschenrechtssituation zu verbessern, nicht gehalten. Dennoch verweist es immer wieder zynisch auf den olympischen Geist.“

Fernando Castello, Präsident von Reporter ohne Grenzen und Rubina Möhring, Vize-Präsidentin, appellierten an den Präsidenten des Olympischen Komitees, Jaques Rogge, zu handeln. „Rogge hat noch ein Jahr Zeit, um das zu erreichen, was er bisher nicht mal verlangt hat: die Freilassung von gefangenen Journalisten und Internet-Dissidenten, ein Ende der Internet-Zensur und die Möglichkeit für ausländische Journalisten, sich in China frei zu bewegen“, sagte Castello.

„Die chinesischen Behörden haben jeden getäuscht, uns eingeschlossen“, so Möhring. „Als wir im Januar in China waren, haben sie uns Zusagen gemacht, die bislang nicht eingehalten wurden.“

Am Ende der Pressekonferenz setzte die Polizei zahlreiche der rund 20 anwesenden ausländischen Journalisten und TV-Teams fest und befragte sie.

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Kommentar von ROG-Generalsekretär Robert Ménard.

Weitere Informationen (auf Englisch) zu unserer Peking-Kampagne finden Sie hier.


Kontakt:
Katrin Evers
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon +49-30-6158585 – Fax +49-30-6145649
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