Mexiko 17.01.2010

Entführter Kriminalreporter tot aufgefunden

Der mexikanische Hörfunkjournalist José Luis Romero ist zwei Wochen nach seiner Entführung ermordet aufgefunden worden. Sein Körper, der an der Straße von Los Mochis nach El Fuerte im nordwestlichen Staat Sinaloa gefunden wurde, wies Ermittlern zufolge Folterspuren auf. Romero starb durch einen Kopfschuss.

Der Journalist, der für den Radiosender Línea Directa gearbeitet hatte, wurde offenbar bereits kurz nach seiner Entführung ermordet. Die staatlichen Behörden sagten, sein Tod weise sämtliche Anzeichen einer Tat des organisierten Verbrechens auf. Der Fall wurde dem Bundesstaatsanwalt übergeben.

Mit Romeros Tod steigt die Zahl der seit dem Jahr 2000 in Mexiko getöteten Journalisten auf 60. Nach Entführungen seit dem Jahr 2003 werden noch immer neun Journalisten vermisst.
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04.01.2010

Kriminalreporter entführt und Polizeiermittler erschossen

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist alarmiert über die Entführung des Hörfunkjournalisten José Luis Romero am 30. Dezember 2009 im Bundesstaat Sinaloa im Nordwesten Mexikos und die anschließende Ermordung des in diesem Fall ermittelnden Polizeichefs. „Die Notwendigkeit für die mexikanischen Bundesbehörden einzugreifen und dem eskalierenden Terror zu begegnen, ist größer als je zuvor“, so ROG.

Der 40-jährige Kriminalreporter Romero war am 30. Dezember in der Stadt Los Mochis von Bewaffneten angegriffen und in einen Lieferwagen geworfen worden. Der Journalist arbeitet für den Radiosender Línea Directa und ist auf die Themen Kriminalität und Sicherheit spezialisiert. Jesús Escalante, Chef der in dem Fall ermittelnden Polizeieinheit, wurde wenige Stunden später ermordet. Die Region im Nordwesten Mexikos ist berüchtigt als das Gebiet des Sinaloa-Kartells, einem der führenden Drogenringe des Landes.

„Die Bedingungen für Journalisten in Mexiko sind dramatisch und die Zahlen für 2009 verheerend. Die Gewalt lähmt sogar die Arbeit der Behörden, die für Sicherheit und Gerechtigkeit zuständig sind, wie der Mord an Jesús Escalante zeigt“, sagt ROG. Die Entführung von Romero kommt weniger als zwei Monate nach der Verschleppung der Zeitungsjournalistin María Esther Aguilar Cansimbe im Bundesstaat Michoacán im westlichen Zentralmexiko. Die Zahl der auf diese Weise verschwundenen mexikanischen Journalisten steigt damit auf zehn seit 2003.

Im Nordwesten des Landes ist noch immer der Verbleib des Journalisten Alfredo Jiménez Mota ungeklärt. Der Redakteur der Tageszeitung El Imparcial aus dem nördlich an Sinaloa angrenzenden Bundesstaat Sonora gilt seit dem 2. April 2005 als vermisst.

Aus der am 30. Dezember veröffentlichten ROG-Jahresbilanz 2009 geht hervor, dass Drogenschmuggel zu den gefährlichsten Themen für Journalisten in der westlichen Hemisphäre gehört. 13 Journalisten wurden im Jahr 2009 in Mexiko getötet – in drei Fällen nachweislich aufgrund ihrer Arbeit.

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