Mexiko 13.07.2010

Erneut Journalisten erschossen

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist bestürzt über den Mord an zwei Journalisten am 10. Juli in den nordmexikanischen Bundesstaaten Nuevo Léon und Chihuahua. Damit wurden seit Ende Juni insgesamt fünf Journalisten in dem mittelamerikanischen Land von Unbekannten getötet. „Wir erleben einen neuen Gipfel der Gewalt der Organisierten Kriminalität“, so ROG.


Die Leiche des Hörfunkjournalisten Marco Aurelio Martínez Tijerina wurde am Abend des 10. Julis in Montemorelos im Bundesstaat Nuevo Léon gefunden. 24 Stunden zuvor war der 45-Jährige auf der Straße von bewaffneten Männern auf drei Kleinlastwagen entführt. Martínez wurde mit einem Kopfschuss aufgefunden und zeigte ersten Untersuchungsberichten Spuren von Folterungen


Martínez produzierte und moderierte das Nachrichtenprogramm „Informativo 800“, das von der regionalen Radiostation XEDD Radio La Tremenda ausgestrahlt wird. Zuvor hatte er das Nachrichtenprogramm Contrapunto des Hörfunksenders XERN Radio Naranjera 950 AM moderiert und als Korrespondent der Fernsehstation TV Azteca gearbeitet.


Guillermo Alcaraz Trejo wurde von maskierten, bewaffneten Männern in Chihuahua, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, erschossen. Zum Tatzeitpunkt verließ der 24-jährige Journalist das Gebäude der Zeitung OMNIA. Die Ermittler fanden mehr als 40 Einschüsse in seinem Körper, die von einem AK-47-Sturmgewehr stammten.


Der frühere Kameramann Alcaraz war für die Veröffentlichung von Videos auf der Website der staatlichen Menschenrechtskommission CEDH zuständig.


Mindestens 10 Journalisten wurden seit Beginn des Jahres in Mexiko ermordet, mindestens 67 seit dem Jahr 2000. Die Gewalt gegen Journalisten verschärft sich durch ein Klima der Straflosigkeit. Die meisten Täter werden nicht identifiziert und gehen straffrei aus.

 

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