Iran 02.11.2004

Erneut Online-Journalistin verhaftet

Anklage wegen Ehebruch

Im Iran ist eine weitere Online-Journalistin verhaftet worden. Fershteh Ghazi, Redakteurin bei der Tageszeitung Etemad („Vertrauen“) hat mit reformorientierten Internet-Zeitungen zusammengearbeitet. Offensichtlich soll sie, ebenso wie die fünf bereits inhaftierten Internet-Journalisten, vom iranischen Nachrichtendienst wegen Ehebruch angeklagt werden. Anschuldigungen zu vermeintlich privatrechtlichen Vergehen sind eine im Iran gängige Methode, um eine politische Verhaftung zu vertuschen.

Ghazi wurde am 28. Oktober von der Teheraner Sittenpolizei festgenommen. Ihre Familie hat nicht erfahren, warum sie verhaftet wurde oder wo sie festgehalten wird.

Die fünf ebenfalls verhafteten Online-Journalisten Shahram Rafihzadeh, Hanif Mazori, Rozebeh Mir Ebrahimi, Omid Memarian und Javad Gholam Tamayomi werden nun vermutlich beschuldigt, mit Fershteh Ghazi eine verbotene sexuelle Beziehungen gehabt zu haben. Einige der Fünf sollen schon gezwungen worden sein, Geständnisse zu unterzeichnen. Es ist im Iran durchaus üblich, mit solchen Beschuldigungen gegen politische Häftlinge vorzugehen.

Am 20. Oktober 2004 haben sich 21 europäische Internet-Medien auf Initiative von Reporter ohne Grenzen mit ihren iranischen Kollegen solidarisch erklärt und zusammen mit RoG deren sofortige Freilassung gefordert (http://www.reporter-ohne-grenzen.de/aktu/pm_anzeige.php?id=454)

Weitere Informationen:
Reporter ohne Grenzen - Katrin Evers
Fon +49/30/615 85 85
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