Russland 25.09.2019

#FreeThemAll: Abdulmumin Gadschijew

Stadtansicht von Machatschkala
Machatschkala © dpa

Am 14. Juni 2019 verhafteten russische Sicherheitskräfte den Journalisten Abdulmumin Gadschijew in Machatschkala, der Hauptstadt der Republik Dagestan. Nach seiner Festnahme durchsuchten Polizisten Gadschijews Haus und beschlagnahmten Mobiltelefone und Computer. Laut seinem Anwalt wird der Redakteur der Zeitschrift „Tschernowik“ verdächtigt, terroristische Organisationen unterstützt zu haben. Sollte er schuldig gesprochen werden, dann könnte Gadschijew zu einer Haftstrafe von bis zu 20 Jahren verurteilt werden.

Organisationen wie das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) und Reporter ohne Grenzen haben Gadschijews Verhaftung scharf kritisiert. In Russland wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Regierungskritiker und Journalisten wegen des Vorwurfs der „Terrorfinanzierung“ angeklagt. Johann Bihr, Chef der Sektion für Osteuropa und Zentralasien bei Reporter ohne Grenzen, forderte die russischen Behörden auf, Gadschijew „umgehend freizulassen und das Verfahren einzustellen“, insofern sie weiterhin keine überzeugenden Beweise vorlegen könnten.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Russland auf Platz 149 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.

 



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