Iran 12.09.2019

#FreeThemAll: Assal Mohammadi

Blick auf ein Gefängnis in Teheran
Blick auf ein Gefängnis in Teheran © picture alliance/ Ulrich Baumgarten

In keinem anderen Land der Welt sitzen mehr Journalistinnen im Gefängnis als im Iran. Wer sich kritisch über das Regime äußert oder politisch brisante Themen recherchiert, läuft Gefahr, von den Behörden festgesetzt zu werden. So erging es am 4. Dezember 2018 auch Assal Mohammadi. Für die Studentenzeitschrift „Game“ hatte sie über einen Streik von Mitarbeitern der iranischen Zuckerrohrfabrik Haft Tappeh berichtet. Wenig später wurde sie von Polizisten abgeführt.

Zwar wurde Mohammadi gegen eine Kaution von 400 Millionen iranischen Rial, rund 11.000 Euro, wieder freigelassen. Ein Gericht erhöhte die Kautionsforderung wenig später jedoch auf eine Milliarde Rial, umgerechnet 212.000 Euro. Am 4. August wurde sie daraufhin erneut inhaftiert. Reza Moini, Iran-Referent der Organisation Reporter ohne Grenzen, forderte die Vereinten Nationen auf, „mit äußerster Dringlichkeit einzugreifen“. Insbesondere der Sonderberichterstatter der UN für die Menschenrechte im Iran, Javaid Rehman, müsse die katastrophale Lage der Pressefreiheit in dem Land angehen. Auf der Rangliste der Pressefreiheit liegt der Iran auf Platz 170 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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