Indien 08.10.2020

#FreeThemAll: Auqib Javeed

Ein indischer Polizist bewacht ein Geschäft in dem von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs
© picture alliance / Photoshot

In dem von Indien kontrollierten Teil des Kaschmirtals ist der Journalist Auqib Javeed am 19. September für mehrere Stunden von der indischen Polizei verhört und misshandelt worden. Einen Tag zuvor hatten Beamte den Journalisten um ein Gespräch auf der Polizeistation der Stadt Srinagar gebeten. Auf Javeeds Nachfrage, was der Anlass des Gesprächs sei, antworteten die Polizisten nur: „Wir werden einen Tee trinken.“ Ein Euphemismus, der in autoritär geführten Staaten im asiatischen Raum oft benutzt wird, wenn es um polizeiliche Verhöre von Journalisten und Regierungskritikern geht. 

Gegenüber Reporter ohne Grenzen gab Javeed an, nach seinem Erscheinen auf der Polizeiwache am nächsten Tag für insgesamt fünf Stunden festgehalten worden zu sein. Während des Verhörs schlugen ihm die Beamten mehrfach ins Gesicht. „Ich fürchte jetzt um mein Leben“, sagte Javeed zwei Tage nach seiner Freilassung. Er befürchte nun, dass man versuche ihn mittels fabrizierter Vorwürfe hinter Gitter zu bringen. Anlass für die Verfolgung des Journalisten soll ein Artikel sein, in dem er die Einschüchterungsversuche der indischen Behörden gegenüber regierungskritischen Twitter-Usern kritisiert hatte.



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