Tadschikistan 02.03.2020

#FreeThemAll: Daler Scharipow

Frau mit Flagge Tadschikistans
© dpa

In Tadschikistan befindet sich der Journalist Daler Scharipow seit einem Monat in Haft. Scharipow, der regelmäßig über Innenpolitik und Religionsfreiheit schreibt und als Regierungskritiker gilt, war am 28. Januar festgenommen worden. Zwei Tage später wurde er wegen „Anstiftung zu ethnischem, rassischem und religiösem Unfrieden“ angeklagt. Bis zu einer ersten Gerichtsanhörung soll der Journalist zwei Monate in Administrativhaft verbringen.

In einer Pressemitteilung der tadschikischen Staatsanwaltschaft heißt es, dass Scharipow zwischen 2013 und 2019 an der Veröffentlichung von mehr als 200 „Artikeln und Kommentaren mit extremistischen Inhalten“ beteiligt gewesen sei. Der Journalist habe darüber hinaus 2006 einen Text herausgegeben, der im Zusammenhang mit der Muslimbruderschaft stehe und in Tadschikistan verboten sei.

So wie Scharipow wurden in Tadschikistan in der jüngeren Vergangenheit auch andere Journalisten mit muslimischen Wurzeln von den Behörden verfolgt. So stellte die Regierung zuletzt etwa einen Auslieferungsantrag für den Journalisten und Aktivisten Farhod Odinaev, der sich in Weißrussland in Haft befindet. Der Journalist ist Mitglied der Islamischen Partei der Wiedergeburt Tadschikistans, die 2015 von den tadschikischen Behörden als terroristische Organisation eingestuft und verboten wurde.



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